Sie sollen Frauen betäubt und vergewaltigt und sich dafür gegenseitig Tipps gegeben haben: Die deutsche Justiz ermittelt gegen mehrere Männer aus China. Sie nannten ihre Opfer „tote Schweine“. Die Fälle erinnern an das, was der Französin Gisèle Pelicot Schreckliches angetan wurde. Am morgigen Dienstag soll nun das Landgericht München I sein Urteil sprechen im Prozess gegen einen 27 Jahre alten Studenten aus China. Er hat vor Gericht bereits zugegeben, seine Freundin mit Narkosemitteln betäubt, vergewaltigt und dabei gefilmt zu haben.
Er sei kein Frauenhasser, hatte der junge Mann vor Gericht beteuert. „Ich liebe dieses Mädchen, aber ich habe sie tief verwundet“, sagte er. Über Monate soll er sie immer wieder auf unvorstellbare Weise missbraucht haben.
Auf Videos ist nach Ermittlerangaben zu sehen, wie der junge Mann immer wieder Medikamente nachspritzt oder ihr Tücher mit Betäubungsmitteln ins Gesicht drückt, um sicherzugehen, dass sein Opfer während der Vergewaltigungen nicht aufwacht.
Die Staatsanwaltschaft hat die Höchststrafe für den Angeklagten gefordert. Sie spricht sich für lebenslange Haft, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung aus. Laut Staatsanwaltschaft war es reiner Zufall, dass die 1997 geborene Frau bei den Taten des Mannes nicht starb.
Der Angeklagte hatte sich nach eigenen Angaben in mehreren Chatgruppen, eine davon mit mehr als 1000 Mitgliedern, über Betäubungsmöglichkeiten informiert. Weil diese aufflogen, laufen in der Sache in Deutschland weitere Ermittlungsverfahren. Das Urteil, das nun am Landgericht München I bevorsteht, wäre das insgesamt dritte in diesem Ermittlungskomplex.MM