Im Juli 2026 hatten Taxler für Mindestpreise für Uber demonstriert. © Schlaf, dpa, Getty
Schonfrist vorbei: Die Taxikommission hat am Freitag mehrheitlich für Mindestpreise für Uber & Co. gestimmt. Damit könnten Fahrten mit Mietwagen nun deutlich teurer werden. Vorgesehen sind ein Grundpreis von 5,13 Euro sowie ein Kilometerpreis von mindestens 2,43 Euro für die ersten sieben Kilometer. Über sieben Kilometer müssen mindestens 2,25 Euro verlangt werden. Die Kommission kommt damit dem Wunsch des Taxigewerbes nach, das die Mindestpreise für die Konkurrenz eingefordert hatte. Der Stadtrat muss allerdings noch zustimmen.
Hintergrund ist, dass Taxiunternehmen in München Teil der Daseinsvorsorge und des öffentlichen Personennahverkehrs sind. Sie müssen etwa rund um die Uhr verfügbar sein und Fahrgäste auch befördern, wenn die Fahrt unrentabel ist. Und die Preise werden von der Stadt vorgegeben. Das galt für Uber, Bolt & Co. aber nicht. Folge: Die Fahrer hatten mitunter Entgelte verlangt, die bis zu 40 Prozent unter den Preisen der Taxler lagen.
„Natürlich ist die Entscheidung ganz in unserem Interesse“, sagt Thomas Kroker, Vorstand der Taxi München eG. „Der Wettbewerbsnachteil muss weg. Der Taxibranche geht es ohnehin nicht gut, und wenn dann eine Fahrt zum Flughafen bei uns 100 Euro kostet, bei Uber 50, können wir da nicht konkurrieren.“
Der Vorstoß für Mindestpreise war vom zuständigen Kreisverwaltungsreferat bereits im Vorjahr unternommen worden. Der Stadtrat hatte das zunächst abgelehnt, aber alle Parteien gebeten, sich bis 30. Juni auf ein Modell zu einigen. Das hätte etwa ein Preiskorridor sein können, in dem sich Fahrpreise maximal und minimal bewegen müssen. Das KVR schreibt nun, die Gespräche seien ohne Ergebnis beendet worden.
„Wir sind überrascht, dass die bislang konstruktiven Gespräche, die wir am Runden Tisch mit der Stadt geführt haben, nun abrupt und vor Ablauf der gesetzten Frist zugunsten eines rechtlich höchst fragwürdigen Markteingriffs beendet werden sollen“, sagt Uber-Sprecher Klaus Gorny. Die Mindestpreise hätten vor allem den Effekt, dass das Leben der Münchner noch teurer werde. „Die neuen Preise würden die Kosten für Fahrten in München um durchschnittlich 12 Euro verteuern.“
Uber wird teurer, dafür sinken die Taxipreise. Auch deren Tarife will die Kommission nun aber anpassen. Zwar bleiben Grundpreis (5,70 Euro) und Kilometerpreis (2,70 Euro) unverändert. Die 2,70 Euro sollen künftig aber nur für die ersten sieben Kilometer gelten. Ab Kilometer sieben sinkt das Entgelt auf 2,50 Euro. Auch Fahrten zum Festpreis werden günstiger, ein Taxi vom Flughafen zum Hauptbahnhof soll künftig nur noch 96 Euro kosten (statt 106).S. KAROWSKI