Ganz München auf Schatzsuche

von Redaktion

80.000 Besucher: Großer Andrang beim Flohmarkt auf der Theresienwiese

Allerlei bunte Dinge: Gabi K. bietet an ihrem Stand wahre Schätze an. © Jens Hartmann (4)

Auf zur Schnäppchenjagd: 80.000 Menschen kamen zum Flohmarkt auf der Theresienwiese.

Hier ist Musik drin: Ferdinand N. hat eine Zither ergattert. Er war mit Mia, Helena und Fritzi unterwegs. © Jens Hartmann (4)

Offiziell öffnen die über 3500 Stände auf der Münchner Theresienwiese erst Punkt 7 Uhr, aber die ersten Besucher sind schon im Morgengrauen vor Ort – mit Stirn- und Taschenlampen auf der Jagd nach den besten Schätzen. Der Flohmarkt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist seit 30 Jahren ein Pflichttermin für alle Antik- und Vintage-Fans, aber auch für alle, die einfach nur mal schauen wollen und dann mit vollen Taschen heimkehren. Das riesige Angebot auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern lockte am Samstag bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen laut BRK-Pressesprecherin Andrea Frauscher rund 80.000 Besucher an: „Es war ein perfekter Flohmarkttag!“

Einen besonderen Fund trägt Ferdinand N. über das Gelände. Für gerade einmal zehn Euro hat er eine alte Zither ergattert. „Eigentlich wollte der Verkäufer 20 Euro“, erzählt er zufrieden. Spielen kann er das Instrument zwar noch nicht, „aber das kann man ja lernen“. Unterwegs ist er mit seinen Freundinnen Mia S., Helena P. und Fritzi K. – die Zither soll bald mit neuen Saiten wieder zum Klingen gebracht werden.

Auch Linda H. aus Neuhausen ist fündig geworden: Ein Bild für ihr Wohnzimmer, genauer gesagt für die Wand über dem Esstisch. „Ich habe dringend eins gebraucht“, sagt sie. Von 70 Euro hat sie den Preis auf 50 Euro gedrückt.

Nicht nur Käufer, sondern besonders die Verkäufer prägen das bunte Bild des Markts. Gabi K. aus München steht zum ersten Mal selbst hinter einem Stand. Besonders ins Auge fällt ein alter knallpinker Barbie-Schrank aus den USA. „Seit 20 Jahren habe ich den“, sagt sie. Für 25 Euro würde sie ihn abgeben – inklusive kleiner Kleiderbügel und Ansteckköpfe, nur die Original-Barbie fehlt. Daneben bietet sie allerlei Kuriositäten an, etwa eine giftgrüne Tasche in Form einer Gießkanne.

Von weiter her angereist ist Tomas F. aus Koblenz. Bei seinem Rundgang hat er alte Skistöcke entdeckt – für sieben Euro, heruntergehandelt von 15 Euro. Der passionierte Bastler nimmt regelmäßig an Nostalgie-Skitreffen teil und plant, die Stöcke umzubauen: Die Plastikteller sollen durch richtige Holzteller ausgetauscht werden. Aus alten Skiern und Snowboards fertigt er zudem Weinregale und Flaschenöffner. „Die verkaufen sich hier leider nicht so gut“, sagt er. Viele Besucher wollten den Preis stark drücken.

Für Tobias B. aus Allach-Untermenzing ist der Flohmarkt fast schon Routine. Zum fünften Mal ist er dabei – dieses Mal ist der alleinerziehende Vater auf der Suche nach einem Geschenk für seine Tochter, die bald zwei Jahre alt wird. Für fünf Euro findet er ein Dreirad mit Griff für ihren Geburtstag. Ein lang gehegter Wunsch erfüllt sich für Timon N.: Der Münchner hat nach Jahren endlich ein passendes Instrument gefunden: eine Tuba – von 200 auf 150 Euro heruntergehandelt. „Ich habe Trompete gelernt“, sagt er. Jetzt sei es Zeit für etwas Neues.

So zeigt sich einmal mehr: Der Flohmarkt auf der Theresienwiese ist nicht nur ein Ort für Schnäppchen, sondern auch für Geschichten – und für kleine Träume, die zwischen alten Schätzen greifbar werden.TABEA HOFMANN

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