Wie es für die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz nun weitergeht, ist nicht klar. © Oliver Bodmer
Dass die Warenhauskette Galeria finanzielle Probleme hat, ist nicht neu. Erst 2024 mussten einige Läden in ganz Deutschland wegen Insolvenz schließen, zahlreiche Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Nun kriselt es erneut. Die Warenhauskette hat offenbar Probleme, ihre Miete zu zahlen. Und gleich zwei Galeria-Warenhäuser, die auf der Kippe stehen, sind in Bayern: die Filiale am Münchner Rotkreuzplatz und der Standort in Aschaffenburg.
In den Filialen am Rotkreuzplatz, am Marienplatz, in Schwabing und im OEZ sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen möchte jedoch „zu laufenden Gesprächen sowie Verhandlungen mit unseren Vertragspartnern keine Auskunft geben“, sagt eine Sprecherin. Wie es also in München weitergeht, ist nicht klar.
Insgesamt muss die Warenhauskette an acht Häusern, unter anderem am Rotkreuzplatz, die auslaufenden Mietverträge neu verhandeln. Scheitern die Gespräche mit den Vermietern, droht die Schließung, teilte das Unternehmen bereits Anfang März mit. Nun sind zudem die Mietzahlungen für April laut einem Bericht der Immobilienzeitung nicht eingegangen (wir berichteten). Das beklagen wohl mehrere Vermieter bundesweit und unabhängig voneinander. In einigen Fällen soll Galeria zudem um eine Stundung gebeten haben.
„Wir beobachten das mit Sorge“, sagt ein Sprecher von Commerz Real. Dem Unternehmen gehört die Immobilie am Berliner Alexanderplatz, in der eine Filiale untergebracht ist. Die April-Miete sei bislang nicht gezahlt worden. „Bisherige Kontaktversuche sind ins Leere gelaufen. Es ist niemand erreichbar, sodass wir uns fragen, wie es jetzt weitergeht.“ Sollte die Miete weiter ausfallen, müsse man einen Alternativmieter suchen. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rät derweil weiter von Krediten für Galeria ab. Das teilte ein Sprecher mit. Eine Geschäftsverbindung gilt demnach als riskant.
Galeria beschäftigt rund 12.000 Mitarbeiter. Nach drei Insolvenzen ist das Filialnetz in Deutschland bereits auf 83 Standorte geschrumpft. Die Mietbelastung soll sich insgesamt auf 100 bis 120 Millionen Euro im Jahr belaufen.FWE