Beide ziemlich lustig: Lukas Podolski (li.) beim Kölner Karneval und Bayern-Legende Thomas Müller. © IMAGO (4)
Zwei der wichtigsten katholischen Kirchen in Deutschland: der Münchner Liebfrauendom (li.) und der Kölner Dom.
Die Olympiafrage wird zum Duell: Am Wochenende stimmte eine Mehrheit (57,4 Prozent) in Köln für eine Kandidatur der Region „KölnRheinRuhr“ für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 – Spiele, für die sich auch München bewirbt. Welche Domstadt ist besser? Der große Vergleich.
Größe: Die Partie ist schnell entschieden. München hat aktuell 1,6 Millionen Einwohner (Stand März 2026). Köln nur 1,1 Millionen. Dabei bleibt München gemütlicher. 1:0 München.
Kirche: Der Kölner Dom ist 157 Meter hoch, die zwei Türme der Frauenkirche messen 98,57 Meter (Nord) und 98,45 Meter (Süd) – Vorteil Köln. In der Frauenkirche aber sind Kaiser und Könige begraben, im Kölner Dom die Erzbischöfe und die Heiligen Drei Könige. Ansonsten sind beide im gotischen Stil erbaut, beide sind weltweit bekannt, beide gehören zu den wichtigsten Kirchen Deutschlands. Also unentschieden. Lassen wir den Dom in Kölle, die Punkte aber gehen an beide Städte: 2:1 für München.
Fluss: Klar, der Rhein ist mit 1232 Kilometern deutlich länger als die Isar (262 Kilometer). Hier kommt es aber nicht auf die Länge an – wichtiger für die Bewohner ist, wie es sich am Ufer lebt: In München liegt man im Gras an der renaturierten Isar, in Köln sind große Teile des Rheins ein Kanal. Dafür haben sie Kneipen am Wasser, an der Isar sitzt man da auf dem Trockenen. Unentschieden! 3:2.
Essen: Weißwurst, Schweinsbraten, Leberkäs, Obazda oder Brezn gegen „Halve Hahn“ (ein Käsebrot) oder „Himmel und Äd“ (Blutwurst mit Kartoffel-Apfel-Brei) – die Sache ist gegessen. Sieg für München: 4:2.
Stars: Der Kölner Kicker Lukas Podolski („Prinz Poldi“) hat den Schalk im Nacken, Ex-Bayern-Star Thomas Müller ist a echter bayerischer Lausbua. Beide echt, witzig, liebenswert und nicht zu kopieren. Unentschieden! 5:3.
Fasching – oder halt Karneval. In Köln lassen Millionen jedes Jahr die Löcher aus dem Käse fliegen. In München füllt sich nur der Viktualienmarkt. Das jeckt, pardon, juckt keinen Kölner groß. Klare Sache, oder? Nein! München zieht mit dem Oktoberfest gleich. Auch dort lassen Millionen in Verkleidung (also in Tracht) tagelang das Bier fließen. Jeder ein Tor. 6:4.
Bier: das winzige Mini-Kölsch gegen die schiere Masse der Mass. Sechs weltberühmte Brauereien gegen. . . ja, wie heißen diese Brauereien in Köln doch gleich? 7:4.
Stadion: 75.000 passen in die Münchner Allianz Arena, 50.000 ins RheinEnergieStadion. Dennoch finden viele die Stimmung in Köln besser. Das gleicht München aber mit den legendären Löwen-Fans im Grünwalder aus. Das Olympiastadion bringt zudem Olympia-Geschichte mit. 8:4.
Fußball: Der FC Bayern wurde am Sonntag zum 35. Mal Deutscher Meister, steht im Halbfinale der Champions League und spielt in einer anderen Liga als der 1. FC Köln (aktuell 12. der Bundesliga, dreimal Meister). Auch in der Regionalliga liegt München vorn: Der TSV 1860 ist Achter, Viktoria Köln Elfter. Die Löwen wurden 1966 Meister, Viktoria schaffte das nie. Sieg für München: 9:4!THOMAS GAUTIER