Das Taubenhaus an der Verdistraße wird von den Vögeln nicht angenommen. © Marcus Schlaf
Das Problem-Taubenhaus in Obermenzing soll versetzt werden. Das hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) nun dem Bezirksausschuss (BA) mitgeteilt. Grund: Das Häuschen sei aus verschiedenen Gründen von den Vögeln nicht angenommen worden, so das KVR.
Tatsächlich war das 2019 aufgestellte Taubenhaus in der Verdistraße auf Höhe des Obermenzinger S-Bahnhofs schon häufiger Thema im BA. So hieß es etwa vor ein paar Monaten, das Haus erfülle nicht nur seinen Zweck als Brut- und Nistplatz nicht, das herausgefallene, auf dem Boden liegende Futter sei zudem auch noch für eine dort neu entstandene Rattenplage verantwortlich.
Einer der Gründe, warum die Tauben das Häuschen verschmähten: Laut KVR hätten die vorherigen Brutplätze der Tiere unter der Eisenbahnbrücke nicht mit einer Vernetzung verschlossen werden können. Auch der ebenerdige Standort in Kombination mit wiederholten Störungen habe eine erfolgreiche Umsiedelung der Vögel verhindert. Das Gesundheitsamt habe bei einer Hygiene-Kontrolle im Dezember zwar keine Anzeichen für Rattenbefall im Bereich des Obermenzinger S-Bahnhofs feststellen können. Dennoch hält es das KVR für sinnvoll, das Taubenhaus an einen anderen Ort zu versetzen, wo es seinen Zweck besser erfüllt.
Für den BA kommt als möglicher Alternativstandort die Bassermannstraße infrage. Denn dort soll ebenfalls ein Taubenproblem bestehen. Jedoch ist sich das Gremium nicht sicher, ob das Taubenhaus in der jetzigen Form – ebenerdig, ohne Podest – wirklich geeignet ist als Brut- und Wohnstätte für die Vögel. So sagte etwa Thorsten Kellermann (Grüne): „Es hat keinen Sinn, ein Taubenhaus zu versetzen, das nicht funktioniert.“ Tauben seien Felsbrüter – und deshalb müsse eine funktionierende Unterkunft dem natürlichen Lebensraum der Tiere nachempfunden sein. Das bisherige Taubenhaus sei eine gute Futterstelle, aber mehr auch nicht.V. NUMBERGER