München – Während halb München gestern im Biergarten die Sonne genoss, verbrachten einige Stadtpolitiker den Sonntag im Rathaus. Bald-OB Dominik Krause hatte zu neuerlichen Gesprächen geladen, um die Frage zu klären, mit wem Grüne/Rosa Liste und SPD künftig regieren wollen. Denn dass Krause der künftige Oberbürgermeister ist, steht seit der Stichwahl am 22. März fest – die Frage nach seiner Regierungs-Koalition ist nach wie vor nicht geklärt. Im Raum steht ein Kenia-Bündnis mit der CSU oder die Münchner Ampel mit FDP und Freien Wählern. Ein Ergebnis der gestrigen Gespräche stand bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest.
Notwendig geworden war der Verhandlungs-Marathon, weil Volt die Sondierung verlassen hatte. Ursprünglich wollte Krause das bestehende Rathausbündnis aus Grünen, SPD, Volt und Rosa Liste fortsetzen. Allerdings hatten die vier Stadträte von Volt zu viele Forderungen gestellt.
So hatte Krause am Montag mit der FDP und den Freien Wählern sondiert, am Mittwoch dann mehr als vier Stunden mit der CSU. Für Donnerstag gab es dann eine neuerliche Gesprächsrunde mit den Liberalen. Am Freitag tauschte sich Krause intensiv mit seinen Grünen aus – mit dem Ergebnis, dass nachverhandelt werden muss. Knackpunkt ist offenbar das Thema Wohnen, das für Grüne und SPD essenziell ist. Krause hatte im Wahlkampf immerhin 50.000 Wohnungen versprochen.
Das Nachverhandlungs-Gespräch mit der FDP und den Freien Wählern fand gestern um 14 Uhr statt, für 17 Uhr hatte Krause dann die Vertreter der CSU zum Treffen gebeten. Im Anschluss daran war dann geplant, dass sich Grüne und SPD zusammensetzen.
Sowohl die Münchner Ampel als auch die Kenia-Koalition haben Fans und Gegner. Kenia gilt in Zeiten knapper Kassen als die stabilste Mehrheit. Denn Grüne/Rosa Liste, SPD und CSU hätten zusammen 56 von 80 Mandaten, dazu die Stimme des OB. Die Münchner Ampel käme (mit OB) auf 43 Stimmen.SASCHA KAROWSKI