Koch des Jahres: Zwischen Emotion und Perfektion

von Redaktion

Motto dieses Mal lautet „Kindheitserinnerungen“ – Ein bayerischer Koch ist im Finale dabei

Das Siegergericht von Mustafa Mirzaei. © Melanie Bauer

Die sechs Sieger des Halbfinales kämpfen im November um den Titel „Koch des Jahres“. © Julio Arellano

Mustafa Mirzaei (25) hat jetzt schon gewonnen. Der gebürtige Iraner, der im Restaurant „Johanns“ in Waldkirchen gelernt hat und jetzt dort als Souschef arbeitet, begeisterte am Sonntag Jury und Publikum in der Allianz Arena. Beim Halbfinale des Wettbewerbs „Koch des Jahres“ sicherte er sich so die Teilnahme für das große Finale im November in München. Dann muss der Bayer gegen fünf weitere Talente antreten. 16 Talente aus ganz Deutschland waren beim Halbfinale dabei.

Köche sind in den sozialen Medien omnipräsent und sie messen sich vermehrt bei Wettbewerben. „Es ist wichtig, dem Handwerk eine Bühne zu geben“, sagt Juror Tobias Bätz vom „Aura by Alexander Herrmann und Tobias Bätz“ in Wirsberg. Das sieht auch Sterneköchin Rosina Ortler vom Restaurant „Alois, Dallmayr Fine Dining“ in München so: „Man muss die Komfortzone verlassen und sammelt wichtige Erfahrungen.“ Seit 2011 wird der Wettbewerb veranstaltet. Er hat sich zu einem der bedeutendsten Karrieresprungbretter entwickelt. In diesem Jahr ging es zum ersten Mal in 15 Jahren nicht um ein klassisches Drei-Gang-Menü. Die Finalisten mussten „Kindheitserinnerungen“ kochen und diese neu interpretieren. „Da steckt auf den Tellern viel Liebe drin“, sagt Bätz. Einmal klassisch präsentiert, einmal in moderner Version. „Ein Thema, das weniger auf Technik als auf Haltung und Erzählung zielt.“ Am stärksten überzeugten dabei die Teams von Aljoscha Knoblich (Restaurant „Jellyfish“, Hamburg), Semi Hassine (Restaurant „Fachwerk“, Hattingen), Tetiana Berezhna („Erkelenz“) sowie Lukas Baumgartner (Restaurant „Auerhahn“, Schluchsee). Sie sicherten sich ihre Finaltickets über die Jurywertung. Die zwei weiteren Finalplätze gingen an Mustafa Mirzaei und Simon Bantle (Restaurant Goldener Engel, Ihringen) über die Chef’s Challenge Night. Dort hatte das Publikum die Juryrolle übernommen. Zudem konnte sich Mirzaei über „Best Plate Design“-Preis für seinen gebeizten Lach mit Yuzu-Karotte freuen.

Olimpia Cario (49) aus Glonn (Landkreis Ebersberg) gehörte am Schluss nicht zu den sechs Finalisten. Sie nahm es olympisch: „Dabeisein ist alles“, sagt die Köchin und Inhaberin des „Schweinsbräu“. „Ich habe heute viele interessante Kollegen kennengelernt.“

Vorjahressieger Daniel Wallenstein („Moya“, Gengenbach) ist überzeugt, dass man manchmal aus Fehlern sogar mehr lernen kann: „Ich habe hier zweimal teilgenommen. Einmal bin ich gnadenlos gescheitert. Beim nächsten Mal habe ich gesiegt, weil ich meine Fehler hinterfragt habe.“ Für die Finalisten geht es am 16. November in der Motorworld Münchenweiter.STEPHANIE EBNER

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