Noch ringt die neue Rathaus-Regierung aus Grünen/Rosa Liste, SPD und FDP/Freien Wählern um einen Namen. Ampel will so recht niemand sagen, weil das auf Bundesebene bereits gehörig schiefgegangen ist. Nun nennen sie sich selbst Mango-Koalition. Aber auch da ist Vorsicht geboten. Denn eine Mango hat ein Verfallsdatum.
Und so ein wenig klingt dieser Gedanke auch beim Koalitionsvertrag mit. Dass der unter dem Spardiktat verfasst werden würde, war klar. Folgerichtig wird dem Punkt „Haushaltskonsolidierung“ der wichtigste Platz vorn eingeräumt. 250 Millionen Euro plant die Regierung einzusparen – allein im kommenden Jahr. Das wird nicht leicht und nicht immer Spaß machen. Und es muss auch noch Geld übrig sein für 50.000 Wohnungen, die OB Krause versprochen hat.
Die Volte von Krause, die CSU als Oppositionsführer mit dem Vorschlagsrecht für den Posten des Kommunalreferenten zu bedenken, ist löblich. Krause hatte bereits angekündigt, einen kooperativen Stil pflegen zu wollen. Aber es mag freilich auch das Kalkül dahinterstecken, sollte die Mango schimmeln, dann eben auch mit der CSU regieren zu können. Das ist ein Signal, nicht nur an FDP und Freie Wähler, sondern auch an die SPD.
Für die CSU ist das Geschenk Chance und Bürde gleichermaßen. Sie erhält sechs Jahre ein Schaufenster, um sich zu präsentieren – vielleicht sogar jemanden für eine OB-Kandidatur 2032 aufzubauen. Allerdings sind Attacken von der Oppositionsbank auch möglicherweise weniger glaubhaft, wenn der Beschwerdeführer selbst Teil der Regierung ist.