Kündigung: Apotheke droht das Aus

von Redaktion

Lerchenau: Umbaupläne an der Lassallestraße – 5000 Kunden wären betroffen

Inhaber Athanasios Ourdas vor der Lassalle-Apotheke wurde der Mietvertrag gekündigt. Er hat mehr als 1000 Unterstützerunterschriften gesammelt. © Daniela Fürst

Athanasios Ourdas ist verzweifelt: Der Inhaber der Lasalle-Apotheke hat eine Kündigung von seinem Vermieter erhalten. Das Areal soll modernisiert und umgestaltet werden. Nun fürchtet er um seine Existenz und die Anwohner um ihre Versorgung. Ourdas sucht Hilfe beim Bezirksausschuss.

„Trotz gültigen Mietvertrags habe ich eine Kündigung erhalten. Zum 30. September soll ich raus“, berichtet der Apotheker dem Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl in seiner jüngsten Sitzung. Ourdas hat bereits mehr als 1000 Unterschriften gesammelt, täglich werden es mehr – von Kunden, die ebenfalls fürchten, dass die Apotheke schließen muss. „Ich versorge rund 5000 Menschen, darunter sind viele Ältere, denen ich gratis ihre Medikamente nach Hause liefere, weil sie nicht mehr mobil sind“, sagt Ourdas. Für diese Leute wäre die nächste Apotheke laut dem Apotheker in der Josef-Frankl-Straße oder im Olympia Einkaufszentrum – zu weit weg und praktisch nicht erreichbar.

Der Investor plant indessen eine grundlegende Umgestaltung des Standortes am Lerchenauer See. Neben der Sanierung der bestehenden Wohnhäuser soll ein neues Wohngebäude mit Tiefgarage entstehen. Außerdem wird der leer stehende Verbrauchermarkt erweitert. Bestehende Gewerbeeinheiten sollen abgerissen und neugebaut werden. Eine der Gewerbeeinheiten soll zu einer Kinderkrippe umgebaut werden. Das teilte ein Sprecher des Planungsreferates auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der Investor wollte auf Anfrage unserer Zeitung aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts sagen.

Das neue Gebäude soll ein Wohn- und Ärztehaus werden. „Auch die Apotheke sollte anfangs dorthin umziehen“, so Ourdas. „Sechs Monate später hieß es dann, ich soll doch hier bleiben.“ Laut Mietvertrag wäre dies bis 2036 möglich. Daraufhin habe er viel Geld in die alte Apotheke investiert, Böden, Wände und Elektrik erneuert. „Und nun flattert mir die Kündigung ins Haus. So geht das nicht!“

Das findet auch Reinhard Bauer (SPD): „Es ist skandalös, wie mit Ihnen umgegangen wird!“ Markus Auerbach (SPD) ergänzt: „Wir wissen im Moment nicht, was Sache ist. Die Immobilie wechselt die Eigentümer wie andere die Unterhemden.“ BA-Chef Rainer Großmann (CSU) sicherte Ourdas die Unterstützung des Gremiums zu, diese wolle man schriftlich sowohl an die Lokalbaukommission (LBK) als auch an den Investor schicken.

Der BA hatte dem Bauvorhaben 2022 zugestimmt und besonders die geplante Kinderkrippe begrüßt. Im Mai vergangenen Jahres hatte sich das Viertelgremium in einer schriftlichen Stellungnahme an die LBK bereits für den Fortbestand der Apotheke eingesetzt. „Die Apotheke hat an dem aktuellen Ort zu verbleiben, weil ein Umzug mit erheblichen Kosten und Genehmigungsverfahren verbunden wäre, was die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gefährdet“, heißt es in dem Schreiben.

Thomas Seeger (Freie Wähler/ÖDP) schlägt vor, alle Beteiligten einzuladen und sich die Pläne und das weitere Vorgehen erläutern zu lassen. „Wir wissen gar nicht, was genau geplant ist“, so Seeger. „Was in letzter Zeit am Lerchenauer See passiert, ist unter aller Sau.“ Es reiche nicht, nur höflich nachzufragen, sondern Investor, Bauherr und LBK müssten sich dem BA erklären.

Das Gremium befürwortete dieses Vorgehen einhellig. Es wird demnächst eine öffentliche Sondersitzung des Unterausschusses Bauleitplanung geben. Dort erhält Athanasios Ourdas hoffentlich Antwort auf die Frage, wie es mit seiner Apotheke weitergeht.DANIELA FÜRST

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