Allach in Angst vor Terrorangriffen

von Redaktion

Rüstungskonzern KNDS will Richtung Norden wachsen – Bürger fordern Bunker

Die Panzerteststrecke der Firma KNDS sorgt in Allach-Untermenzing seit Jahren für Ärger. © Google Maps, F. Di Maggio

Der Rüstungskonzern KNDS in Allach plant den Bau neuer Produktionshallen und Büros.

Die Rüstungsschmiede KNDS will in Allach deutlich wachsen und verspricht zugleich mehr Lärmschutz und neue Arbeitsplätze. Im Bezirksausschuss (BA) und bei den Bürgern gibt es jedoch zahlreiche Bedenken: Möglicher zusätzlicher Verkehr sorgt ebenso für Verunsicherung wie die Angst, dass Allach zu einem Ziel von Krieg und Terror werden könnte.

Immer wieder kamen bei der Vorstellung der Pläne im BA Sicherheits- und Zivilschutzfragen zur Sprache. Eine Anwohnerin forderte eine Gefährdungsbeurteilung und verwies auf mögliche Risiken, etwa durch Terrorangriffe. Auch die Forderung nach Bunkern oder einer Verlagerung der Produktion an einen anderen Standort wurde laut.

Doch was ist geplant? Laut KNDS sind auf dem bisherigen Werksgelände alle Flächen belegt, Erweiterungen innerhalb des Stammgeländes daher nicht mehr möglich. Wie Planer Florian Binder im BA erläuterte, soll das Areal deshalb in nördlicher Richtung wachsen. Geplant sind zusätzliche Produktionshallen und neue Bürogebäude. Zur Panzerteststrecke erklärte KNDS-Geschäftsführer Markus Helm, dass keine zweite Strecke geplant sei. KNDS wolle mit den bestehenden Genehmigungen auskommen. Investitionen seien bereits angelaufen, um die Anzahl der Testfahrten zu verringern.

Ein zentrales Thema im Gremium war der Verkehr rund um das Werk. Der externe Stadtplaner Helmut Breunig stellte in Aussicht, dass der Lieferverkehr künftig von Norden über die Ludwigsfelder Straße abgewickelt werden soll, einschließlich einer neuen Linksabbiegerspur. Ein Verkehrsgutachten soll die Details klären.

Annette Voß (SPD) wollte wissen, ob es angesichts von bis zu 1000 zusätzlichen Arbeitsplätzen Überlegungen zu einer besseren Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr gibt, etwa eine zusätzliche Bushaltestelle. Helm betonte, die Mitarbeitenden hätten freie Wahl bei der Mobilität, man denke über Unterstützung wie Jobtickets nach.

Mehrfach meldeten sich Mitglieder des Bezirksausschusses und Anwohner zu Wort, die schon heute von verstopften Straßen und zugeparkten Wohngebieten berichten. Sie forderten, KNDS müsse ausreichend Stellplätze für Mitarbeitende und Gäste vorsehen, gegebenenfalls auch in Form eines Parkhauses, und sicherstellen, dass der Lieferverkehr konsequent über die Ludwigsfelder Straße geführt wird. Helm verwies darauf, dass Gäste bereits heute eine Anfahrtsskizze erhalten und man kein Interesse daran habe, die Wohnstraßen zu verstopfen. Zusätzliche Parkplätze würden geschaffen.

Die Lärmbelastung im Umfeld des Werks war ein weiterer Schwerpunkt. Aus dem Bezirksausschuss kam die Frage, ob sich die Situation für die Anwohner verbessern könne, wenn neue Gebäude als Schallschutzriegel wirken. Ein Schallgutachten liegt bisher nicht vor, nach Einschätzung der Planer könnte die Neubebauung aber dazu beitragen, Lärm in Richtung Wohnbebauung abzuschirmen.

Wie ein Vertreter des Planungsreferats erläuterte, werde das Bebauungsplanverfahren mehrere Jahre dauern, „sicherlich zwei bis drei“. Der Stadtrat müsse am Ende entscheiden. Die Bürgerbeteiligung soll unter anderem über das städtische Online-Tool „Reden Sie mit“ erfolgen. Zudem ist eine größere Öffentlichkeitsveranstaltung im Sommer im Gespräch. Als mögliche Termine wurden Juli oder September genannt. Helm machte deutlich, dass KNDS offen für Hinweise aus dem Viertel ist.FRANCESCA DI MAGGIO

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