Das Dach des Bayerwaldhauses ist saniert – auch auf Bestreben von Moritz Demer (li.) und Otto Seidl vom Münchner Kreis für Volksmusik, Lied und Tanz. © Schlaf, privat (2)
Es kehrt wieder Leben ins Bayerwaldhaus im Westpark ein: Mit einem Festwochenende samt musikalischen Darbietungen, einer offenen Singstunde und bayerischen Schmankerln wird das 1748 erstmals urkundlich erwähnte Holzgebäude feierlich wiedereröffnet. Neuer Betreiber ist der Verein „Münchner Kreis für Volksmusik, Lied und Tanz“. Los geht’s am Samstag, 16. Mai, um 10 Uhr mit einem Festakt, zu dem alle Spender eingeladen sind, die die Sanierung des historischen Bauernhauses aus dem Bayerischen Wald erst möglich gemacht haben.
Die Wurzeln des historischen Hauses lagen im Bayerischen Wald. Mitte des 18. Jahrhunderts diente es als Wohnhaus eines Landmannes mit wenig Grundbesitz. Später wurde es im Museumsdorf in Tittling (bei Passau) erhalten. Die Internationale Gartenschau brachte das Holzhaus schließlich nach München. Die fand 1983 im Westpark statt, wo das Bayerwaldhaus wiederaufgebaut wurde und seitdem steht.
Zuletzt gehörte das Gebäude der Unternehmerfamilie Höltl aus Niederbayern. Die wollte das Bauwerk, das offiziell nur eine Leihgabe des Museumsdorfes war, abgeben. Die Stadt lehnte dankend ab. Letztlich hat der Münchner Kreis das Bayerwaldhaus im vergangenen Herbst als Schenkung übernommen und sich bereit erklärt, es auf eigene Kosten zu betreiben. Vorausgegangen waren erbitterte Diskussionen im Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark. Um es für eine breitere Nutzung jenseits von Volksmusik zu öffnen, wollte eine Mehrheit der Viertelpolitiker, dass die Stadt das Gebäude übernimmt, was diese jedoch ablehnte.
Zudem konnten sich die Fraktionen nicht auf eine von BA-Mitglied Otto Seidl (CSU) beantragte Förderung der nötigen Instandsetzung inklusive einer Sanierung des undichten Dachs für rund 50.000 Euro einigen. Zwischenzeitlich schien sogar möglich, dass die Familie Höltl das Bayerwaldhaus wieder aus dem Westpark entfernt und in sein Museumsdorf zurücktransportiert.
Das Haus, dem sein historisches Alter von mehr als 250 Jahren an seinem knorrigen Äußeren anzusehen ist, ist nach der Sanierung für eine praktische Nutzung mit einer modernen Küche und erneuerten Sanitäranlagen ausgestattet. Laut Münchner Kreis soll es künftig „wieder ein lebendiger Treffpunkt für Vereine, Chöre und alle Kulturinteressierten sein“.
Moritz Demer vom Münchner Kreis, der für den Erhalt des historischen Hauses gekämpft hatte, ist froh, dass es so gekommen ist. „Es wäre eine Schande gewesen, wenn dieses Kulturgut aus München verschwunden wäre“, sagte er schon bei der Übernahme des Bayerwaldhauses. Und es soll nicht nur dem Verein zugutekommen. Auch externe Veranstaltungen für bis zu 100 Personen können angefragt werden.
Doch jetzt wird erst einmal gefeiert. Nach dem Festakt am Samstag öffnen sich um 12 Uhr die Türen für die Allgemeinheit. Die Besucher werden mit geselligen Liedern begrüßt und dürfen sich an den grünen Wirtshaustischen unter dem hölzernen Dachstuhl auf Gegrilltes und Bier vom Fass freuen. Im hauseigenen Ofen wird derweil frisches Bauernbrot gebacken.
Um 18 Uhr ist eine musikalische Andacht angesetzt, bevor der Abend mit weiteren Liedern ausklingt. Die Feierlichkeiten am Sonntag, 17. Mai, starten mit einem Weißwurstfrühstück ab 10 Uhr. Um 14 Uhr steht der Nachwuchs im Fokus. Dann findet ein musikalisches Kinderprogramm statt. Ab 15 Uhr wird zu Kaffee und Kuchen gemeinsam musiziert und gesungen. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei, Spenden sind erwünscht.DAVID NUMBERGER