Das Kind fiel in den kleinen Kanal an der Corneliusbrücke. © Matthias Balk/dpa
Sie war mit ihren zweijährigen Zwillingssöhnen an der Isar unterwegs – da fiel einer der beiden Buben plötzlich in die Tiefe. Ein echter Horror-Unfall ereignete sich gestern in der Au. Um 9.55 Uhr war dort eines der Kinder südlich der Corneliusbrücke in einen kleinen Kanal an der Isar gestürzt.
Das Kleinkind war offenbar über oder durch das hüfthohe Geländer in einem kleinen Park entlang der Eduard-Schmid-Straße geklettert. Es fiel daraufhin etwa fünf Meter in die Tiefe – und landete in kniehohem, eiskaltem Wasser. Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr wurden daraufhin per Notruf alarmiert und rasten zur Einsatzstelle in der Nähe der Museumsinsel.
Die Mutter lief laut Polizei nach dem Sturz ihres Sohnes zur Isar hinunter. Auch mehrere Passanten seien zu Hilfe gekommen. Letztlich konnten Polizeibeamte das Kind unter der Corneliusbrücke lebend bergen. Der Bub war von der starken Strömung 100 bis 200 Meter flussabwärts getrieben und unter der Brücke von einer Kiesbank aufgehalten worden.
Mittlerweile war auch der Vater der Zwillinge am Einsatzort angekommen. Er nahm den Bruder des verunglückten Kindes in die Arme, tröstete ihn und kümmerte sich um den Kleinen.
Ein Krankenwagen brachte den unterkühlten Buben unter Aufsicht eines Kindernotarztes ins Krankenhaus – laut Polizei war er bei Bewusstsein und nach erster Einschätzung nicht schwerer verletzt. Medizinische Untersuchungen müssen das aber noch bestätigen.
Laut Polizei gab es wegen des Einsatzes Verkehrsbeeinträchtigungen in der Gegend. Die Ermittler gehen zum aktuellen Zeitpunkt nicht davon aus, dass es sich bei dem Sturz um eine Straftat handelte – dafür gebe es keine Anhaltspunkte. Ein Sprecher betont: „Derzeit wird von einem Unfallgeschehen ausgegangen.“THOMAS GAUTIER