An der Isar gedenken Freunde und Bekannte dem Verstorbenen. © Jens Hartmann (2)
Blumen, Bilder, Biergläser und Briefe – der Altar für den verstorbenen Remo Pollert ist am Freitagvormittag reich und liebevoll geschmückt. Immer wieder halten Passanten in Anteilnahme an dem bunten Erinnerungsort, verweilen und lesen die Briefe, die Remo gewidmet sind. In einem steht etwa: „Die Welt war dein Zuhause, das Leben dein Abenteuer“. Wer die Gedenkstätte besucht, merkt: Hier haben Menschen viel Zeit verbracht – in Gedanken an Remo.
Unweit des Orts, an dem Remo aus dem Wasser geborgen wurde, erinnern nun an der Ludwigsbrücke neben dem Museum Lichtspiele Fotosammlungen, persönliche Gegenstände, Kerzen und Briefe an ihn. Manche Erinnerungsstücke sind auch humorvoll: eine Camel-Zigarettenpackung etwa. Daneben steht auf einem schlichten weißen Papier „Gönn‘ Dir Bro“.
150 Meter weiter isarabwärts befindet sich ein zweiter Ort zum Gedenken – ebenfalls mit Bildern, Andenken und Liebeserklärungen. „‚Ich hasse mein verdammt geiles Leben‘, war sein Motto“, schreiben seine Mitschüler aus der 11. Klasse einer privaten Fachoberschule auf ein großes Plakat. In der Klasse sei er der älteste gewesen, aber definitiv viel zu früh gegangen.
Der 19-jährige Sohn der Schauspielerin Lara Joy Körner war am vergangenen Samstag in den frühen Morgenstunden in der Isar ertrunken, die Umstände sind noch unklar. Eine Passantin entdeckte eine leblose Person im Wasser an der Ludwigsbrücke und verständigte Polizei und Feuerwehr. Nach Angaben der Polizei gibt es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung (wir berichteten).
Die Münchner Isar-Idylle hat nun einen tragischen Beigeschmack bekommen. Doch die zahlreichen farbenfrohen und hingebungsvollen Erinnerungsstücke an Remo werden immer mehr. Viele Graffiti-Schriftzüge zieren die Wände der Gedenkstätte, in Andenken an einen verlorenen Sohn, Bruder, Freund, Klassenkameraden – „Remo für immer“.LUIS WAHLS