Imposant: 3×3-Basketball (Bild li.) und Klettern mit Blick auf den Olympiaturm.
So stellen sich die Planer die Beachvolleyball-Anlage vor der Wiesn-Kulisse vor. © Vis.: RBS
Ein olympisches Beachvolleyball-Stadion vor Oktoberfest-Kulisse, mit Freefall-Tower, Riesenrad und Festhallen im Hintergrund? Echt jetzt? Ja, echt! Bilder wie dieses könnten Realität werden, sollte München den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 erhalten.
Eindrucksvoll zeigen das neue Visualisierungen, die OB Dominik Krause (Grüne) und Vertreter des Referats für Bildung und Sport (RBS) gemeinsam mit den vertieften Plänen für die Olympiabewerbung präsentierten. Mit dem überarbeiteten Konzept will sich München gegen die innerdeutsche Konkurrenz aus Rhein-Ruhr, Berlin und Hamburg behaupten. Punkten möchte die Stadt vor allem mit besonders nachhaltigen Spielen, kurzen Wegen – und tatsächlich einer „Olympischen Wiesn“.
Am Ende gehe es bei Olympia auch um starke Bilder – und hier sieht Krause München im Vorteil: „München und Bayern haben international eine große Strahlkraft – mit ikonischen Orten, Bergen und Seen.“ Auch die Theresienwiese soll eingebunden werden. Dort könnte ein temporäres Beachvolleyball-Stadion entstehen. Zudem sollen Zelte des Oktoberfests, die bereits vorab aufgebaut werden, während der Spiele als Zentrum für rund 50.000 Freiwillige dienen. Der Aufbau für die Wiesn werde dadurch nur kurz unterbrochen, erklärt Michael Asbeck, Koordinator der Münchner Olympiabewerbung beim RBS, und anschließend fortgesetzt. Denn nach den Spielen soll das Oktoberfest wie gewohnt stattfinden. Parallel dazu ist eine kleinere „olympische Wiesn“ geplant, die das Münchner Lebensgefühl vermitteln soll.
Bei den vertieften Planungen setzt die Stadt insgesamt auf eine noch stärkere Bündelung der Wettkampfstätten. „Es wird großer Wert auf kurze Wege und Fahrzeiten gelegt“, sagt Münchens Sportreferent Florian Kraus. Insgesamt sollen 90 Prozent der Wettkampfstätten innerhalb von 30 Minuten vom Olympischen Dorf erreichbar oder höchstens 30 Kilometer entfernt sein.
Eine Besonderheit ist beim Fußball vorgesehen: „Wir wollen alle 28 Mannschaften im Olympischen Dorf unterbringen“, sagt Michael Asbeck. Anders als bei früheren Spielen sollen die Fußballwettbewerbe deshalb auf wenige Austragungsorte konzentriert werden, die vom Olympischen Dorf gut erreichbar sind: das Olympiastadion, die Allianz Arena, das Grünwalder Stadion sowie Nürnberg, Ingolstadt, Augsburg und Stuttgart. Zuvor hatte es in München Überlegungen gegeben, auch weitere süddeutsche Austragungsorte wie Freiburg einzubeziehen. Neu ist zudem, dass im Grünwalder Stadion Fußball gespielt werden soll – ursprünglich war die Arena für Rugby vorgesehen. Die Rugby-Wettbewerbe sollen nun parallel in der Allianz Arena und im Grünwalder Stadion stattfinden. Das Auftaktspiel des Fußballturniers ist im Olympiastadion geplant – „eine Hommage an die Fußballvergangenheit des Stadions“, so Asbeck.
Das historische Olympiagelände soll beim Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielen, etwa durch die erneute Nutzung bestehender Sportstätten. Insgesamt plant München die ersten „zirkulären Spiele“, wie es die Verantwortlichen nennen. Gemeint sind damit Konzepte nachhaltiger Stadtentwicklung von klimaneutralen Baustoffen bis zu Zero-Waste-Strategien. Auch die Stadt selbst erwartet einen Infrastruktur-Booster: Durch Förderungen könnten Projekte wie der Ausbau der U-Bahnen deutlich angeschoben werden.
Am 20. Mai muss aber erst der Stadtrat noch über die vertieften Pläne abstimmen. Erst am 26. September fällt dann die Entscheidung, welche deutsche Stadt sich durchsetzt.LIM