Und wie läuft‘s?

von Redaktion

Giro di Monaco: Alt-OB Reiter übergibt den Staffelstab an Nachfolger Krause

Auch Paul Breitner war am Start.

Giro-Organisator Till Hofmann im bunten Laufshirt und im Gespräch mit OB Krause.

OB Dominik Krause (Grüne) und Alt-OB Dieter Reiter (SPD) bei der Staffelstabübergabe vor dem Start des Giro di Monaco. © Jens Hartmann (3)

Dieter Reiter (67) ist früh da. Knapp eine Stunde vor dem Startschuss steht der Alt-OB schon in Kapuzenjacke und in Turnschuhen auf der Blumenstraße im Start- und Zielbereich des Giro di Monaco. Reiter wirkt entspannt. Er habe jetzt ja viel „Tagesfreizeit“, sagt er, seit er im Ruhestand ist. „Das ist schon ein gutes Gefühl.“ Er holt seinen Kalender auf dem Handy hervor – voller privater Termine. Endlich könne er wieder Freunde treffen, mehr Tennis oder Gitarre spielen, Konzerte mit seiner Band planen. Öffentlich mache er jetzt nur noch Termine, die ihm wirklich wichtig seien.

Für den Giro di Monaco, den großen Benefizlauf für Vielfalt und gegen Ausgrenzung rund um den Altstadtring, nahm er sich gestern Vormittag gern Zeit – wenn auch in einer etwas anderen Rolle als in den vergangenen Jahren. Reiter war lange Zeit Schirmherr des Laufes, der für Toleranz und Vielfalt in München steht. Gestern sollte er symbolisch einen goldenen Staffelstab an seinen OB-Nachfolger Dominik Krause (Grüne) übergeben, der die Rolle nun übernimmt.

Krause kommt dann etwas später im grünen Giro-Shirt mit rosa Stern darauf. Reiter und er begrüßen sich herzlich – mit Handschlag, einer Umarmung. Gemeinsam stehen sie auf einem Oldtimer-Doppeldeckerbus vor den insgesamt rund 11.000 Läufern: Jung und Alt, viele in den bunten Giro-Trikots. Ein Teilnehmerrekord, heißt es von den Organisatoren der Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco. Jedes Jahr würden es mehr. Nun warten alle auf den Startschuss.

Zuvor aber noch der symbolische Akt: Reiter drückt seinem Nachfolger den goldenen Stab in die Hand. Krause reckt ihn wie einen Pokal in die Luft. Kurz darauf zählt er den Countdown zum Start herunter. Die Läufer setzen sich in Bewegung, vorbei am Bus und rund fünf Kilometer entlang des Altstadtrings. Dabei sein ist alles: Manche haben Hunde dabei, manche Kinderwagen, manche machen auf Rollschuhen oder Radln mit.

„Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um ein Miteinander“, wie Krause zuvor sagt. Auch Fußball-Legende Paul Breitner ruft den Teilnehmern zu: „Rennt’s ned wie die angestochenen Ochsen!“ – sondern jeder in seinem Tempo. Es dauert knapp 20 Minuten, bis alle Läufer auf der Strecke unterwegs sind, so viele sind es. Kurz darauf laufen die ersten schon wieder durchs Ziel.

OB Krause konnte nicht mitlaufen. Leider, wie er sagt: „Ich war diese Woche angeschlagen, mir wurde ärztliche Ruhe verordnet.“ Das Ziel, für eine tolerante Stadtgesellschaft zu werben, sei aber voll erfüllt worden: „Der Giro ist so bunt wie München selbst“, sagt er. Auch das Spendenziel des Laufes von 125.000 Euro sei erreicht worden, heißt es vom Giro-Team. Das Geld kommt nun Bellevue di Monaco zugute, das damit seine sozialen Projekte umsetzen will.

Und Reiter? Der steht oben auf dem Bus und wippt zur Musik, während die Teilnehmer an ihm vorbeilaufen. Auch im Ruhestand entdeckt er seine Leidenschaft fürs Laufen offenbar nicht neu – das war auch schon in den Jahren zuvor beim Giro so. „Ich bin schon immer lieber nur mitgegangen“, sagt er lachend. Das Zeichen, das von dem Lauf ausgehe, sei aber stark: „So viele Teilnehmer: Das zeigt, dass wir eine tolle Stadtgesellschaft haben.“JULIAN LIMMER

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