Der Streit zwischen den Betreibern des Kulturzentrums Backstage und der Büschl-Gruppe geht weiter. Wie berichtet, geht es um den geplanten Bau der zwei 155 Meter hohen Hochhäuser auf dem Paketpost-Areal. Die Büschl-Gruppe will dort unter anderem 1190 Wohnungen für rund 3000 Menschen errichten. Bereits Ende 2025 hatte der Stadtrat dafür grundsätzlich grünes Licht gegeben. Am morgigen Mittwoch soll das Gremium über die Bekanntmachung des Bebauungsplans abstimmen, damit dieser in Kraft treten kann.
Das missfällt den Betreibern des Kulturzentrums, das direkt neben dem Paketpost-Areal liegt. „Wenn der Stadtrat das nun beschließt, ist das ein Tritt in die Magengrube des Backstage“, sagt Betreiber Hans-Georg Stocker. Hintergrund ist die Befürchtung, dass der Bau der Türme die Existenz des Kulturzentrums gefährden könnte. Aus Sicht des Backstage geht es vor allem um Schallschutz und mögliche Klagen künftiger Nachbarn.
Die Fraktionen Grüne/Rosa Liste und SPD hatten bereits im November versucht, bis zur Veröffentlichung des Bebauungsplans eine Einigung zwischen den Konfliktparteien zu erwirken – bislang ohne Erfolg. Das Backstage fordert weiter Nachbesserungen beim Schallschutz der Türme, um spätere Lärmkonflikte mit den Bewohnern zu vermeiden. Außerdem drängen die Betreiber auf eine rechtliche Absicherung gegen mögliche künftige Klagen. Die Büschl-Gruppe erklärt dazu, man werde sich „selbstverständlich an alle Lärmschutzauflagen“ halten und sei an einem guten Miteinander mit den Nachbarn interessiert.
Gleichzeitig muss auch das Backstage, das viele Konzerte veranstaltet, langfristig beim Schallschutz nachrüsten. Das soll im Zuge eines millionenteuren Umbaus geschehen. Die Investitionen wolle man jedoch nur tätigen, wenn ein rechtssicherer Betrieb langfristig gewährleistet sei. Zudem läuft das Baugenehmigungsverfahren für den Umbau laut Planungsreferat noch. Das Backstage fordert deshalb, die Bekanntmachung des Bebauungsplans für die Paketpost-Türme zu vertagen – zumindest bis die eigene Genehmigung für den Umbau bestandskräftig ist.
Aus dem Stadtrat kommen indes beschwichtigende Töne. „Wir müssen eine Lösung finden, die allen gerecht wird“, sagt Sibylle Stöhr (Grüne). Daran wird weitergearbeitet. Ähnlich äußert sich Kathrin Abele von der SPD-Fraktion. Am Ende müssten sich Büschl und Backstage auch „privatrechtlich“ einig werden, so Stöhr.LIM