WOHNUNGS-GIPFEL

Wann zünden sie den Bau-Turbo?

von Redaktion

Angela Lutz-Plank vom Mieterverein.

Oberbürgermeister Dominik Krause.

Wohnen wird zur Chefsache: Dominik Krause (Grüne) hat heute zum Mega-Gipfel eingeladen. Es geht um das Thema Wohnungsbau. Mehr als 80 Teilnehmer werden zur nicht öffentlichen Sitzung im Rathaus erwartet – darunter große private Wohnungsbauunternehmen, aber auch beispielsweise Ex-Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU), die als Geschäftsführerin für die Baunova Bayern, den Wohnbaukonzern des Freistaats, an dem Treffen teilnimmt. In einem ersten Schritt sollen alle Wohnungsbauer ihre Einschätzung abgeben, wie der Bau günstiger Mietwohnungen angekurbelt werden kann.

OB Krause sagte vorab im Gespräch mit unserer Zeitung: „Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum wird zunehmend zu einer Belastung für unser demokratisches Miteinander. Die in den vergangenen Jahren massiv gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten haben allerdings zu rückläufigen Wohnungsbauzahlen geführt.“ Dadurch sei der ohnehin hohe Druck auf dem Münchner Wohnungsmarkt weiter gestiegen. „Mein Ziel ist, den Bau von bezahlbarem Wohnraum in München trotz aller Herausforderungen wieder zu beschleunigen. Ich habe deshalb alle wichtigen Akteure der Wohnungswirtschaft eingeladen, um über eine Lösung der Wohnungsbaukrise zu sprechen und kommunale Handlungsmöglichkeiten auszuloten, um die Neubauzahlen wieder zu steigern.“

Mit dabei ist heute auch der Mieterverein München. Der hat bereits einen Katalog mit wohnungspolitischen Forderungen an den neuen Oberbürgermeister geschickt. Unter anderem soll Krause die Lage der beiden städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen (SEM) im Norden und Nordosten klären, Büros in Wohnraum umwandeln und die Vermietung mit möblierten Wohnungen eindämmen. Obendrein soll auch der seit 2019 geltende Mietenstopp bei der Münchner Wohnen auf den Prüfstand.

Mietervereins-Geschäftsführerin Angela Lutz-Plank knüpft große Hoffnungen an das Treffen: „Wir erwarten von Dominik Krause, dass er sich für Mieterschutz so stark einsetzt, wie er es im Wahlkampf versprochen hat. Drei Viertel der Münchner Bevölkerung leben zur Miete. Diese Menschen brauchen Schutz, um nicht aus ihrem Zuhause verdrängt zu werden.“SASCHA KAROWSKI

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