Pfarrer Schießler schwingt vorab einen Hammer. Der Hammer, der bei der Auktion zum Einsatz kommt, schaut anders aus. Der Ort der Versteigerung ist die Nazarethkirche (re.). © Markus Götzfried
Diese ökumenische Kooperation ist der sprichwörtliche Hammer. Dafür sorgt der katholische Pfarrer Rainer Maria Schießler, der die erste Kunstauktion seines Lebens leiten wird. Und dafür sorgt Barbara Weihs fürs Auktionsteam der evangelischen Immanuel-Nazareth-Gemeinde. Ihre Idee: Die Münchner sollen ihre Schätze, die auf dem Dachboden schlummern (oder sonstwo), versteigern lassen, Titel: „Speicherkunst“. Der Erlös geht an ein „Haus für alle“.
Die evangelische Nazarethkirche ist Ort der Aktion. Die steht bekanntlich leer und wird von Schießler und seinen Schäfchen zwischengenutzt, da ja St. Maximilian an der Isar saniert wird. Weihs hat ein Händchen für Öffentlichkeitsarbeit, hat den prominentesten Geistlichen weit und breit angefragt, ob er den Auktionshammer schwingen mag – und der sagte zu, auch als Dank dafür, dass er in die Nazarethkirche ausweichen konnte und kann, sagt er uns.
Diese „Speicherkunst“-Versteigerung ist der Startschuss zu weiteren A(u)ktionen, erläutert Weihs. „Die Immanuel-Nazareth-Gemeinde baut an einer Zukunft für uns alle und für die, die noch kommen werden.“ Es müsse endlich was vorwärtsgehen im Herzen der bestehenden und zukünftigen Wohnquartiere im Münchner Nordosten. Jugendräume, Säle für Kunst und Konzerte, Vorträge und Diskussionen. Und man benötigt natürlich eine Pfarrerwohnung. Auf die Gemeinde käme ein Baukostenanteil von 2,5 Mio. Euro zu, das seien gut 40 Prozent der Gesamtkosten, so Weihs.
Und so werden heute 112 Exponate versteigert, von Plastiken über Gemälde, von Schmuck bis zu Uhren und Instrumenten. Die Vorbesichtigung ist ab 15 Uhr in der Barbarossastraße 3 (Nazarethkirche), um 18 Uhr gibt’s einen Aperitif und um 18.30 Uhr beginnt die Auktion. Hoffentlich mit bunt gemischten über-ökumenischen Kunstkäufern. Und keine Angst: Da ist für jeden Geldbeutel was dabei.MATTHIAS BIEBER