Affen raus! Paviane müssen packen

von Redaktion

Müssen weichen: die Mantelpaviane. © Hellabrunn

Es war die Sensations-Nachricht aus dem Tierpark Hellabrunn im Januar: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündete, dass er zwei Pandas aus China nach München bringen wird – 18 Millionen Euro soll allein das für 2028 geplante Gehege kosten. Um Platz für die wertvollen Tiere zu schaffen, mussten jetzt in einem ersten Schritt die Paviane packen und ausziehen.

Vergangene Woche war es so weit: Die insgesamt 23 Mantelpaviane sind nach Algerien und Bosnien umgezogen, als Schenkung an dortige Zoos. Der Wegzug der Paviane ist ein wichtiger Meilenstein für das Panda-Projekt, denn das bisherige Pavian-Gehege wird Teil der neuen Panda-Anlage sein. Bis zum offiziellen Spatenstich werden aber noch einige Monate vergehen. Denn die zweite Hälfte der Anlage entsteht auf dem Gelände der bisherigen Lama-Anlage. Die Lamas werden im Laufe des Jahres in das Hellabrunner Mühlendorf umziehen.

Die Paviane wurden nach ausführlichen Gesundheitschecks in zwei Gruppen aufgeteilt und mit einem Tiertransport-Unternehmen per Flugzeug nach Algerien beziehungsweise über den Landweg per Lkw über Nacht nach Bosnien transportiert. „Die Paviane wurden dafür einzeln in Transportkisten aus Holz und mit Luftlöchern befördert. Darin hatten sie Obst und Gemüse zur Verfügung“, erklärt Tierpark-Sprecherin Lisa Reininger. Die Affen seien im Vorfeld auch bereits mit einem Training an die Kisten gewöhnt worden, damit sie ihre Reise entspannt antreten können.

Bevor die große Reise starten konnte, ging es für die Affen erst zu einem Zwischenstopp ins Zollamt Garching-Hochbrück. Da Tiere zollrechtlich als Waren gelten, musste eine ordnungsgemäße Ausfuhranmeldung eingereicht werden. Außerdem unterliegen Mantelpaviane dem internationalen Artenschutz nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES). Für jedes einzelne Tier war daher eine sogenannte CITES-Bescheinigung erforderlich.

Vor Ort prüften die Zollbeamten die Dokumente, aber auch die Tiere selbst. Solch eine Beschau gehört auch für erfahrene Zollbeamte nicht zum alltäglichen Dienstgeschehen. „Der Schutz bedrohter Tierarten endet nicht an den Grenzen. Mit den Kontrollen stellt der Zoll sicher, dass internationale Artenschutzbestimmungen eingehalten und geschützte Tiere nur mit den erforderlichen Genehmigungen transportiert werden“, sagt Thomas Meister, Pressesprecher des Hauptzollamts München.

Der Tierpark ist sich sicher, dass es den Pavianen auch in ihrer neuen Heimat gut gehen wird. „Beide zoologischen Einrichtungen sind eine sehr gute Alternative zum Tierpark Hellabrunn“, erklärt Direktor Rasem Baban. „Die Abgabe erfolgte in enger Abstimmung mit dem Erhaltungszuchtprogramm für Mantelpaviane. Und die Zoos in Algerien und Bosnien haben in den vergangenen Monaten komplett neue Anlagen für die Primaten errichtet.“N. BAUTZ

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