Erst ist es bequem, dafür danach umso anstrengender: Abends am Computer wird eine Urlaubsreise gebucht, man klickt sich durch eine Unmenge an Seiten und denkt gegen Mitternacht, alles sei perfekt. Bis am nächsten Morgen mit der Flugbestätigung das böse Erwachen kommt. So ist es Marion M. aus München ergangen: „Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, aber die Daten stimmten nicht. Und Urlaub zu einem anderen Zeitpunkt konnte ich bei meinem Arbeitgeber nicht beantragen.“
Die Buchung ihrer Reise war noch keine 24 Stunden her. So dachte sie, sie könnte problemlos stornieren. „Insgesamt hat mich die Reise 1162 Euro gekostet. Bei der Ltur-Hotline teilte man mir mit, für eine Stornierung würden 464 Euro berechnet.“ Ltur gilt als Last-Minute–Anbieter und hat deshalb andere Allgemeine Geschäftsbedingungen als beispielsweise TUI oder verschiedene Fluglinien, bei denen eine Stornierung bis zu 24 Stunden nach der Buchung kostenlos möglich ist.
Viele Reisende wissen nicht, wie unterschiedlich die Bedingungen der Anbieter bei kurzfristigen Buchungen ausfallen können. Verbraucherschützer raten deshalb dazu, vor dem endgültigen Klick unbedingt die Storno- und Umbuchungsregeln genau zu prüfen. Juristisch sind unterschiedliche Bedingungen zwar zulässig, allerdings haben schon einige Kunden vor Gericht mit einem Einspruch gegen hohe Gebühren Recht bekommen. „Es waren noch 38 Tage bis Reisebeginn, da lässt sich so ein Flug problemlos weiterverkaufen. Daher finde ich eine Stornogebühr von 40 Prozent des Reisepreises viel zu hoch“, meint Marion M. Eine Umbuchung wäre sehr teuer gewesen.
Sie beschwerte sich und schaltete unsere Zeitung ein. Kurz darauf erhielt sie eine E-Mail vom Kundenservice. „Ltur hat die Buchung kostenfrei storniert“, berichtet sie. „Ich habe mein Happy End und freue mich auf meinen Urlaub auf Kreta.“GW