Klassiker am Viktualienmarkt: Paul Pilawa füllt seine Flasche am Karl-Valentin-Brunnen auf.
Sara K. genießt die Sonne am Artur-Kutscher-Brunnen.
Jakob Wendler entspannt sich am Glaspalast-Brunnen.
Valerija Vasylevytska erfrischt sich im Wittelsbacherbrunnen am Lenbachplatz. © Schlaf (2), Palleit (2)
Blauer Himmel, Sonne, Hitzealarm – wer dieser Tage draußen unterwegs ist, kann schnell ins Schwitzen kommen. Und wo kommt man am besten klar mit der Hitze? Mei, zum Beispiel an einem der vielen Brunnen. Sie sorgen für Erfrischung und stammen vielfach aus historischer Zeit. In München gibt es fast 700 von ihnen. Die meisten stehen auf öffentlichen Plätzen und in Grünanlagen. Wir haben ein paar besucht – und sind dabei auf Münchner gestoßen, die sich den Frische-Kick gegeben haben.
Los geht es am Viktualienmarkt. Dort, im Herzen unserer Stadt, steht der 1953 fertiggestellte Karl-Valentin-Brunnen, der an den gleichnamigen Volkskünstler erinnert. Er versorgt die durstigen Marktgänger mit erfrischendem Trinkwasser. Auch der 68-jährige Rentner Paul Pilawa ist häufig vor Ort. „Es ist erstaunlich, dass es bei uns so viele Brunnen gibt“, sagt der Ismaninger, während er seine Flasche auffüllt.
In direkter Nachbarschaft befindet sich einer der prunkvollsten und bekanntesten Brunnen Münchens: der Wittelsbacherbrunnen. Das neoklassizistische Bauwerk beeindruckt schon aus der Ferne. Er ist 1893 bis 1895 nach Entwürfen des Bildhauers Adolf von Hildebrand entstanden. PR-Trainee Valerija Vasylevytska (28) genießt dort regelmäßig eine Kugel Eis. „Ich bin hier sehr gerne. Die Anlage erinnert mich an den Trevi-Brunnen in Rom“, sagt sie.
Nicht weniger imposant ist der Brunnen am Friedensengel. Er wurde 1899 eingeweiht. Das Denkmal soll an die 25-jährige Friedensperiode nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erinnern. Vor Ort treffen wir Studentin Luna Li, die als Reiseführerin mit Touristen aus China die geschichtsträchtige Gegend erkundet. „Ich bringe die Leute hierher, weil es so schön ist“, verrät die 24-Jährige.
Im Anschluss geht‘s nach Haidhausen. Auf dem Weißenburger Platz befindet sich der im Maximilianstil erbaute Glaspalast-Brunnen, der 173 Jahre alt ist. Die Bank vor der Wasserquelle ist optimal, um in der Mittagspause die Sonne zu genießen, findet Jakob Wendler (18) aus Heimstetten. Er macht eine Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten.
Unsere Tour endet am Artur-Kutscher-Brunnen in Schwabing. Verschiedene Masken zieren die Anlage und erinnern an den Namensgeber Artur Kutscher. Er gilt als Begründer der Theaterwissenschaft. Ingenieurin Sara K. (37) findet, dass den Brunnen eine besondere Aura umgibt. Zum Feierabend genießt sie dort hin und wieder ein kaltes Getränk im Schatten. „Er ist ein Hingucker.“VALENTIN PALLEIT