Wohnraum wird immer teurer

von Redaktion

Neue Studie: Für 1000 Euro gibt es nur noch 48 Quadratmeter

So ist die Lage im Freistaat: In Augsburg gibt es für ein Budget von 1000 Euro vergleichsweise viel Wohnfläche. © Immowelt

Eine Wohnung in München zu finden, ist schwierig.

Neue Normalität: Zehn Hunderter kostet eine kleine Wohnung in München. © Imago, Archiv

Der durchschnittliche Münchner hat ein Nettoeinkomen von 3176 Euro im Monat, sagt das Statistische Bundesamt. Wendet er ein Drittel davon für die Kaltmiete auf, sind das rund 1000 Euro. Das ist relativ viel. Und man bekommt immer weniger Wohnfläche dafür: Nur noch 48 Quadratmeter gibt es dafür an der Isar, und somit sieben Quadratmeter weniger als vor vier Jahren. Das hat das Portal Immowelt in einer neuen Analyse festgestellt. Die Experten der Immobilien-Website haben die Mietangebote in 80 deutschen Städten in den Jahren 2022 und 2026 untersucht – und dabei herausgefunden, dass es in allen heute weniger Quadratmeter fürs gleiche Geld gibt. München liegt bei den Metropolen auf Platz fünf der teurer gewordenen Kandidaten.

Vor vier Jahren hätte die Durchschnitts-Münchnerin noch 55 Quadratmeter für ihren Tausender bekommen – jetzt sind es 12,7 Prozent weniger Platz zum Leben. Damals wie heute reicht das Geld bestenfalls für eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Münchner Mieter können sich also einen Lebenspartner leisten, aber keine Familie. Denn: „Familientaugliche Wohnungen sind für ein Budget von 1000 Euro in München nicht mehr zu finden“, notiert die Studie.

Jedoch ist das, was man für ein geschätztes Drittel des Gehalts bekommt, in anderen Städten noch weiter in in den Keller gegangen als an der Isar. Bei den Metropolen führt Berlin: Hier gibt es dafür 16 Quadratmeter (-18,6 Prozent) weniger Fläche als 2022. In Bayern hat sich in Augsburg am meisten verändert: Hier gibt es 13 Quadratmeter weniger fürs Geld als vor vier Jahren und somit 13,5 Prozent weniger.

Als Ursache für diese Entwicklung machen die Immowelt-Profis gleich mehrere Gründe aus. Einerseits teure Baukosten und damit verbunden den Neubaustopp von Wohnraum. Andererseits die gestiegenen Bauzinsen, die Häuslebauer und -käufer verschrecken, sodass sie lieber Mieter bleiben, anstatt Eigentum zu erwerben. Sie überfüllen den Markt.

Als dritten Grund nennen die Fachleute den Überlauf-Effekt: Aus den teuren Städten flüchten Mieter in nahe gelegene, günstigere Städte, wie etwa von München nach Augsburg oder von Nürnberg nach Erlangen – mit der Folge, dass auch dort die Wohnfläche knapp wird. In Städten, die auf Überlauf bislang nicht reagiert haben, gebe es außerdem einen Nachholeffekt: Die Mieten steigen dort jetzt doch sprunghaft an.

Der Trend beunruhigt sogar erfahrene Immobilien-Profis. „Die Mietentwicklung in den Großstädten ist besorgniserregend“, sagt Theo Mseka, Vorstandsvorsitzender bei Immowelt. „Wenn für 1000 Euro in München nicht einmal mehr 50 Quadratmeter übrig blieben, entzieht das Normalverdienern die Lebensgrundlage.“ISABEL WINKLBAUER

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