Krauses Plan fürs Sorgenkind

von Redaktion

Bahnhofsviertel: OB will Tempo 20, Radl-Vorfahrt und mehr Sicherheit

Beliebt: der neue Biergarten am Neptunbrunnen. © Lehner

Unruhiges Pflaster: Das Viertel rund um den Hauptbahnhof, der noch jahrelang umgebaut wird. © Schlaf/Nagy

Im Sommer 2024 gründete Ex-OB Dieter Reiter (SPD) die „Taskforce Bahnhofsviertel“ – die nun Münchens neuer Stadtchef Dominik Krause (Grüne) weiterführt. Nun hat das Gremium unter Leitung des KVR weitere Maßnahmen ins Auge gefasst, um Sicherheit und Sauberkeit zu verbessern. Krause lobt die Stadtpolitik: „Die Taskforce Bahnhofsviertel ist ein Erfolgskonzept. Innerhalb kürzester Zeit konnten die Sicherheit und Sauberkeit rund um den Hauptbahnhof verbessert werden. Insbesondere am Alten Botanischen Garten ist das durch die verschiedenen ergriffenen Maßnahmen spürbar. Die Taskforce Bahnhofsviertel wird ihre Arbeit deshalb in meiner Amtszeit fortsetzen.“ Die Pläne:

Hauptbahnhof: Für Autos entstehen in der Arnulf- und der Bayerstraße in den nächsten Monaten „Kiss-and-Ride“-Parkplätze. Bedeutet: Hier kann man kurz parken, um Reisende aus- oder einsteigen zu lassen. Für die Radfahrer wurde schon einiges geschaffen – ein neues Radl-Parkhaus an der Hirtenstraße, zusätzliche Stellplätze in umliegenden Straßen. Zudem entfernen die Deutsche Bahn und die SWM regelmäßig E-Tretroller und Fahrräder, die auf dem nördlichen Bahnhofsvorplatz abgestellt oder in unmittelbarer Nähe der Trambahngleise angekettet wurden.
Leitsystem: Das soll Reisende zu Fuß vom Hauptbahnhof in die Innenstadt führen – was für Fremde wegen der Mega-Baustelle eine ziemliche Herausforderung ist. Und sich per Handy orientieren und gleichzeitig Koffer schleppen, ist auch kein Vergnügen. Ab Juli (voraussichtlich) gibt‘s daher Markierungen auf dem Gehweg, auch in der Goethestraße.
Goethestraße: Wie berichtet, soll ein Pilotprojekt Fußgängern und Radlern mehr Platz einräumen, um „Aufenthaltsqualität und Nutzungsvielfalt“ in der Problemstraße zu verbessern. Dafür wird die momentane Einbahn-Regelung beibehalten, der Radlweg kommt in Fahrt- und Gegenrichtung auf die Straße. Die bisherigen schmalen Radlwege werden dem Gehweg zugeschlagen.
Tempo 20: Zwischen Bayer- und Schwanthalerstraße sowie zwischen der Schwanthaler- und Landwehrstraße (hier sollen künftig auch mobile Bäume stehen) wird es Tempo 20 geben. Außerdem sollen Lieferzonen, Freischankflächen und Schanigärten entstehen. Die Umgestaltung beginnt nach einer Info-Veranstaltung für die Anwohner, die voraussichtlich im Juni stattfinden soll.
Spielhallen: Der Kommunale Außendienst (KAD) kontrolliert künftig auch im Inneren der zahlreichen Spielhallen im Bahnhofsviertel – gegebenenfalls auch zusammen mit der Polizei.
Biergärten: Der „Kulturbiergarten Neptunbrunnen“ im Alten Botanischen Garten hat geöffnet, das Gastro-Angebot „Buchberg“ belebt den Karl-Stützel-Platz (beim großen roten Ring), wo es auch Sport-Angebote gibt.
Bella Italia: Der schreckliche Zustand des längst geschlossenen „Bella Italia“ in der Herzog-Wilhelm-Straße wird optisch aufgewertet. Vorerst mit einem Bauzaun.MATTHIAS BIEBER

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