Einfach selbst am Geländer montiert: Ein Balkonkraftwerk ist praktisch, aber zuvor sind Regeln zu beachten. © dpa
In der aktuellen Energiekrise ist die Nachfrage nach Balkonkraftwerken rapide angestiegen. Die Geräte würden sich in kürzester Zeit rentieren, sagt Benjamin Weigl, Energieexperte bei Finanztip: „Balkonkraftwerke amortisieren sich schnell.“ Ein kleines Modell bestehe meist aus zwei Modulen à 450 Watt-Peak und einem Wechselrichter, der den Solarstrom in Hausstrom verwandle. Das gebe es für etwa 400 Euro oder weniger. Das Gerät lohne sich bereits nach rund drei Jahren.
Im Vergleich zu einer Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt ein Balkonkraftwerk zwar viel weniger Strom. Doch der kostenlose Strom, den das Balkonkraftwerk liefert, wird größtenteils selbst verbraucht, wodurch weniger Strom aus dem Netz benötigt wird – die Stromrechnung sinkt. Laut Finanztip-Berechnung deckt ein Balkonkraftwerk oft zehn bis 20 Prozent des eigenen Strombedarfs ab. Für Singles oder Pärchen reicht oft ein kleines Balkonkraftwerk mit nur einem Solarmodul. Bei größeren Haushalten empfiehlt der Experte zwei Solarmodule.
In München lohnt sich der unkomplizierte Einstieg in die Eigenstromproduktion besonders. Denn die Stadt fördert die Installation mit 40 Cent pro Wattpeak Leistung. Das gilt bis 800 Watt pro Haushalt und maximal die Hälfte der Kosten. Die 400-Euro-Anlage würde sich damit schon nach 18 Monaten rechnen. Wichtig: Der Antrag muss vor dem Kauf online unter foerderung.muenchen.de/Startpage.do gestellt werden.
Eine Einspeisevergütung lohnt sich laut Experten bei Balkonkraftwerken finanziell in der Regel nicht. Zudem würde die Anlage dann nicht mehr als Balkonkraftwerk gelten. Die Folge: Sämtliche bürokratische Vereinfachungen fielen weg und das Balkonkraftwerk würde wie eine normale Photovoltaikanlage auf dem Dach behandelt.
Mieter haben grundsätzlich Anspruch, ein Balkonkraftwerk anbringen zu dürfen. Dennoch ist die Zustimmung des Vermieters, oder der Wohnungseigentümergemeinschaft notwendig. Hat der Eigentümer keinen triftigen Grund, das Kraftwerk abzulehnen, muss er zustimmen.
Beim Kauf sollte man laut Weigl auf die Sicherheitsnorm DIN VDE V 0126-95 achten. Der Wechselrichter sollte nach der Norm VDE AR-N-4105 zertifiziert sein. Ein TÜV-Siegel an Solarmodulen und Wechselrichter sei gut. Balkonkraftwerke dürfen mit einem normalen Schutzkontaktstecker (Schuko-Stecker) an haushaltsübliche Steckdosen angeschlossen werden. Das gilt bis zu einer Solarleistung von höchstens 960 Watt-Peak (Wp). DAP