Spaten-Schätze unterm Hammer

von Redaktion

„Wirtshausszene am Hoftheater“ heißt dieses Gemälde. © Fotos: Walter Bayer

Zu haben: ein blauer Keramik-Krug mit Geschichte.

Dicht gedrängt sitzen Schauspieler mit ihrem Münchner Publikum in einem Lokal. Die Vorstellung ist vorbei. Die Leute diskutieren, scherzen und trinken, während Streicher auf der Bühne musizieren. Und eine Bedienung schiebt sich mit Krügen an den Tischen vorbei. Die Szene, die man heute als Aftershow-Party bezeichnen könnte, hat Maler Ferdinand Leeke mit „Wirtshausszene am Hoftheater“ betitelt. Schätzpreis des Gemäldes: 6000 bis 8000 Euro. Am Dienstag, 23. Juni, 17 Uhr, kann es ersteigert werden.

Das Ölgemälde (95 mal 131 Zentimeter) wird im Auktionshaus Neumeister in der Barer Straße 37 (Maxvorstadt) angeboten – als eines von rund 200 Objekten aus der Familiensammlung Sedlmayr und der Direktionssammlung Spatenbräu. Mit Gabriel Sedlmayr dem Älteren (1772–1839) begann einst der Aufstieg der Brauerei. Jetzt kommen Spaten-Schätze unter den Hammer.

Ebenfalls versteigert wird ein großer Walzenkrug, der die biblische Erzählung vom Sündenfall zeigt. Er stammt aus Nürnberg aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Stück ist aus Fayence gefertigt, also einer feinen Keramikart. In blauer Farbe auf hellblauer Glasur erkennt man Adam und Eva. Ein flacher Deckel verschließt den Krug und macht ihn insgesamt 28 Zentimeter hoch. Der Preis wird nach Angaben des Auktionshauses Neumeister auf 1500 bis 1800 Euro geschätzt.

Der Katalog zur Versteigerung, der alle Objekte zeigt, ist bereits ab dem heutigen 2. Juni online. Darin findet man auch ein Porträt Herzog Wilhelms IV. von Bayern (Öl auf Holz). Schätzpreis: 20.000 bis 25.000 Euro. Er erließ mit seinem Bruder Ludwig X. 1516 das bayerische Reinheitsgebot für Bier. Die besondere Auktion trägt den Titel „Bierseelig“. Passenderweise spendiert Neumeister nach der Auktion allen ein Bier.REGINA MITTERMEIER

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