Der Spar-Fahrplan

von Redaktion

Der MVG fehlen 14 Millionen Euro

Änderungen wird es vorwiegend im Busnetz geben – auch vereinzelt bei der Tram. © IMAGO

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) muss kräftig sparen. Kosten für Personal, Energie und den Ausbau steigen. Gleichzeitig bleibt die Perspektive der Einnahmen unsicher – auch wegen der Einführung des Deutschlandtickets. Außerdem brechen Fördermittel des Freistaats weg. Die Finanzierung des ÖPNV werde „jedes Jahr anspruchsvoller“, sagt Mobilitätsreferent Georg Dunkel.

Die Stadt finanziert das Angebot mit 130 Millionen Euro mit. Weitere 130 Millionen Euro steuern die Stadtwerke München bei. Dennoch reicht das Geld nicht. „Es fehlen unterm Strich 14 Millionen Euro“, sagt Matthias Korte, Leiter des Mobilitätsmanagements der MVG. Diese Summe muss die MVG im Fahrplanjahr 2027 kompensieren. Dafür stellten die Verantwortlichen gestern das neue „Anpassungsprogramm“ vor. Die Hälfte des Kompensationsbetrags, also sieben Millionen Euro, soll durch eine Umstrukturierung des Innenstadtbusnetzes eingespart werden – der Rest durch Anpassungen im übrigen MVG-Netz.

Haltestellen sollen im Busnetz jedoch nicht wegfallen, so Korte. Stattdessen werden unter anderem Takte und Fahrzeuggrößen an eine veränderte Nachfrage angepasst oder Linienführungen geändert. Damit will die MVG den Betrieb effizienter gestalten – denn derzeit fahre man auf einigen Linien „heiße Luft“ durch die Gegend, so Korte. Das heißt: Manche Streckenabschnitte seien nicht ausreichend ausgelastet oder liefen parallel zu U-Bahn-Linien – das werde jetzt bei der Anpassung berücksichtigt. Trotzdem will die Verkehrsgesellschaft 1000 zusätzliche Fahrgäste pro Tag gewinnen.

So gibt es Änderungen beim Busnetz – etwa bei der Linie 52. Diese soll künftig vom Marienplatz zum Tierpark fahren (nicht wie bisher über das Sendlinger Tor). Der 52er soll dann auch die nördliche Au abdecken und über die Lilien- und Zeppelinstraße führen.

Die Anpassung wirkt sich auch auf die City-Ring-Linien 58 und 68 aus, die es in dieser Form nicht mehr geben soll: Sie gehen in den neuen Linien 100 und 101 auf. Diese fahren dann von der Silberhornstraße aus zunächst parallel über den Hauptbahnhof bis zur Von-der-Tann-Straße – ab dort fährt der 100er dann Richtung Ostbahnhof weiter, der 101er Richtung Bruno-Walter-Ring (Bogenhausen). Zudem soll es eine neue Linie 64 geben: Diese fährt künftig vom Lorettoplatz über den Harras zum Arabellapark. Dafür wird es keine Linie X30 (bisher zwischen Harras und Arabellapark) mehr geben. Die Linie 54 wird im Gegenzug von der Münchner Freiheit bis zum Harras verkürzt (bisher fährt diese noch bis zum Lorettoplatz).

Daneben soll es auch im Bestandsnetz weitere Änderungen geben. Bei den U-Bahnen trifft das die Linie U7, die bereits jetzt als Verstärkerlinie dient: Diese soll nur noch zu den Hauptverkehrszeiten vom Sendlinger Tor bis zum Olympia-Einkaufszentrum führen. Während der Schulferien wird der Betrieb sogar komplett eingestellt. Der bisherige Abschnitt zwischen Sendlinger Tor und Neuperlach Zentrum wird gestrichen. Dort fahren die U2 und die U5.

Bei der Tram trifft es unter anderem die Linie 25: Die Taktung wird am Vormittag (9 bis 13 Uhr) von fünf auf zehn Minuten angepasst. Gleichzeitig soll die Linie 20 während der Hauptverkehrszeit ihre Taktung erhöhen: von zehn auf fünf Minuten. Grund dafür ist das neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz. Die MVG rechnet auf der Strecke deshalb mit einem höheren Fahrgastaufkommen.

Über die Maßnahmen soll am 29. Juli der Stadtrat abstimmen. Zuvor sollen noch die Bezirksausschüsse gehört werden. Gibt der Stadtrat grünes Licht, würden die meisten Änderungen zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember in Kraft treten.JULIAN LIMMER

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