250.000 Euro Schaden: Grabräuber angeklagt

von Redaktion

54-Jähriger soll Engelfiguren und Bronzekreuze auf mehreren Münchner Friedhöfen gestohlen haben

Im Visier des Täters waren wertvolle Bronzekreuze und -figuren. © Polizei

Auch auf dem Ostfriedhof soll der Angeklagte geklaut haben. 39 Fälle wurden ihm zur Last gelegt. © Bodmer

Er soll Engelfiguren und Bronzekreuze gestohlen haben: In seiner Gier nach fetter Beute waren einem 54-Jährigen nicht mal Gräber heilig. Auf rund 80.000 Euro hatte die Münchner Polizei den Schaden zunächst geschätzt – und konnte den Ebersberger im Mai 2025 festnehmen.

Mittlerweile ist klar: Es ist alles noch viel schlimmer als gedacht. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft München I gegen den Mann Anklage erhoben. „Wir gehen von einem Gesamtwert der Gegenstände von rund einer Viertelmillion Euro aus“, sagt Staatsanwältin Juliane Grotz auf Anfrage unserer Redaktion. Dem Angeklagten werde vorgeworfen, in 16 Fällen Gegenstände aus Bronze (in wenigen Fällen Gegenstände aus Kupfer oder einem anderen Metall) von Gräbern verschiedener Friedhofe in München entwendet zu haben.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte der Täter über einen Zeitraum von mindestens anderthalb Jahren die Gräber geplündert. Im Dezember 2022 hatte er begonnen. Die Ruhestätten waren für ihn offensichtlich eine lukrative Einnahmequelle. Kaum ein Ort war vor dem Angeklagten sicher: Am Nord- und Waldfriedhof soll er die wertvollen Figuren gestohlen haben, den Ermittlungen zufolge aber auch am West- und Ostfriedhof sowie in Nymphenburg und Gräfelfing. Vor Ort soll er mit brachialer Gewalt vorgegangen sein.

Insgesamt 39 Fälle legten die Ermittler dem Grabräuber zur Last. Nur 16 wurden nun aber angeklagt – den Rest hat die Staatsanwaltschaft München eingestellt. Nach Informationen unserer Zeitung hatte er 8000 Kilogramm Bronze zum Einschmelzen gegeben und verkauft.

Aufgeflogen war der Mann, weil Schrott- und Metallhändler sich bei der Polizei gemeldet hatten. Ihnen kamen die Geschäfte im Nachhinein verdächtig vor. Im Mai 2024 hatte die Polizei einen Zeugenaufruf mit Beutefotos veröffentlicht – ein Jahr später wurde der jetzige Angeklagte dann geschnappt. In seiner Wohnung stellte die Polizei weiteres Diebesgut fest.THI

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