Sinas Aufgalopp zur Kindl-Karriere

von Redaktion

Traum geht in Erfüllung: Wirtstochter (27) am Viktualienmarkt offiziell vorgestellt

Das neue Münchner Kindl freut sich sichtlich.

Ganz stolz auf Sina: ihre Eltern Michaela und Dieter Hochreiter. © Fotos: Jantz

Freitagmittag am Viktualienmarkt-Biergarten. Pferd Schorsch schnaubt – und Sina strahlt. Die 27-Jährige sitzt auf dem Kaltblut und trägt das typische schwarz-gelbe Gwand samt Kapuze. In der einen Hand hält sie einen Bierkrug, mit der anderen winkt sie. Juhu, hier ist das neue Münchner Kindl!

Dass sie mal diesen Titel tragen darf, damit hat Sina Hochreiter nicht gerechnet. Denn sie weiß noch gut, wie das damals war, mit 14 Jahren. Da habe sie ihrem Papa erklärt, dass sie gern Münchner Kindl wäre, erzählt sie. „Er hat gute Verbindungen zum Festring – darauf habe ich ein bisschen gesetzt, natürlich. Und Papa hat nur gesagt, dass ich mich schön selbst darum kümmern kann, damit das klappt.“ Sie lacht.

Hochreiters Eltern Michaela und Dieter führen das kleine Wiesn-Zelt „Haxnbraterei“ und auch der Biergarten auf dem Viktualienmarkt ist in Familienhand. Dort werden die Biere aller sechs Münchner Großbrauereien ausgeschenkt, alle sechs Wochen erfolgt ein Wechsel. „Ich repräsentiere also alle Wiesn-Brauereien. Münchner Kindl sein passt zu mir, denke ich.“ Bei ihrem ersten Wiesn-Besuch war Sina übrigens erst ein paar Monate alt. Ein Foto vom Herbst 1999 zeigt sie auf einer Decke auf dem Zeltboden liegend neben ihrer Oma Christel Hochreiter. Von ihr hat Sina ihren zweiten Vornamen bekommen.

Weil sie wusste, dass das Amt ein gewisses Alter erfordert, bewarb sich Sina vor ein paar Jahren erstmals beim Festring. Da habe es geheißen, es gebe schon ein neues Kindl – aber man behalte sie im Kopf. „Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass man sich wirklich an mich erinnert.“ Jedenfalls habe sie vergangenes Jahr mal mit ihren Eltern gemeinsam zu Mittag gegessen. „Da hat mein Papa erzählt, dass er von Wiesn-Stadträtin Anja Berger beglückwünscht wurde.“ So erfuhr die Familie erst inoffiziell, dass Sina neue Botschafterin der Stadt sein wird – noch bevor die offizielle Nachricht des Festrings eintrudelte.

Dass ihre Tochter Franziska Inselkammer (22) nachfolgen darf, macht Michaela und Dieter Hochreiter stolz. „Ich bin ja Schaustellerkind – und dass Sina jetzt Münchner Kindl ist, freut mich sehr!“, sagt die Mama. Sie entstammt den Familien Heppenheimer und Kollmann. Und als Dieter Hochreiter seine Tochter auf dem Pferd sieht, greift er sich gerührt an die Brust. „Da geht mir scho die Pumpn. Hoffentlich hält sie sich gut fest am Sattel …“ Dann ergänzt er mit einem Lächeln: „Sie war halt schon immer bisserl a Rampensau.“

Sina hat in München Geschichte und Kunstgeschichte studiert und arbeitet im elterlichen Betrieb. Und wenn sie heuer nicht grad Wiesn-Festzüge anführt, wird sie auch wieder in der Haxnbraterei anpacken. Ein wahres Wiesn-Kindl halt.REGINA MITTERMEIER

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