Bereits jetzt laufen Arbeiten auf (Foto li.) und unter (Foto re.) der Brücke. © Sigi Jantz
Die Donnersbergerbrücke ist eine der meistbefahrenen innerstädtischen Verbindungen Europas. Jetzt muss sie saniert werden – was Sperrungen mit sich bringt. © Sigi Jantz (3)
Die Donnersbergerbrücke ist bereits jetzt ein Nadelöhr, das von Autofahrern viel Geduld erfordert. In den kommenden Wochen und Monaten wird es noch schlimmer: Die laufenden Sanierungsarbeiten erfordern teilweise Vollsperrungen.
Die Brücke ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Über Jahre eingedrungene Tausalze haben zu erheblichen Korrosionsschäden geführt. Derzeit werden am südlichen Widerlager nacheinander alle vier Brückenlager ausgetauscht und die Lagersockel erneuert. Dafür wird der Überbau mit hydraulischen Pressen angehoben. Für den Einbau der temporären Hebekonstruktionen war zuletzt schon jeweils eine Spur auf jeder Seite gesperrt.
Noch im Juni folgt nach Angaben des Baureferates der nächste Schritt: das Anheben des Überbaus. Dafür muss jeweils eine Hälfte der Donnersbergerbrücke vollständig gesperrt werden. Auf der westlichen Hälfte ist die Sperrung voraussichtlich bis spätestens Mitte Juni nötig. Anschließend wird wohl ab Mitte Juli die östliche Brückenhälfte gesperrt. Während der Sperrungen wird der Verkehr auf die Gegenfahrbahn mit reduzierten Fahrstreifen umgelegt. Das Ganze dauert voraussichtlich bis Ende August.
Gleichzeitig wird der westliche Treppenturm saniert, der ebenfalls in schlechtem Zustand ist, ebenso die Fußgängerunterführung von der Westseite der Brücke zur S-Bahn-Station. Während der Bauzeit bis voraussichtlich Anfang Juli gibt es eine provisorische Treppe.
Ab August werden dann Schilderbrücke, Endwiderlager und Abdichtungen einzelner Bauwerksteile instandgesetzt. Zudem wird die Entwässerung der Rampe über der Arnulfstraße erneuert und Bushaltestelle barrierefrei umgebaut. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Dezember.
Eine genaue Zeitplanung steht noch aus. „Das finale Konzept für die verkehrlichen Maßnahmen rund um die Sanierungsarbeiten an der Donnersbergerbrücke befindet sich momentan noch in der Detailabstimmung“, teilte ein Sprecher des Mobilitätsreferates auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Geplant sind zwei große Bauphasen – eine für den westlichen und eine für den östlichen Brückenteil. Wann diese genau starten, ist noch offen. Die Termine hängen vom Fortschritt der vorbereitenden Arbeiten ab.
Langfristig soll die Brücke dann komplett neu gestaltet werden. Der Bauausschuss hat das Baureferat beauftragt, im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) eine Machbarkeitsstudie für einen kompletten Neubau der Donnersbergerbrücke zu erstellen.
Die Brücke zählt zu den meistbefahrenen innerstädtischen Verbindungen Europas; insbesondere ihr 300 Meter langer Mittelteil muss in den kommenden zehn bis 15 Jahren ersetzt werden. „Ein Neubau würde ein technisch zukunftsfähiges Gesamtbauwerk ermöglichen, Bauzeit und Verkehrseingriffe bündeln und die Anforderungen der Bahn – etwa eine größere Durchfahrtshöhe – erfüllen“, heißt es aus dem Baureferat. Zudem biete ein Neubau die Chance, die Brücke zu einem multifunktionalen Stadtraum weiterzuentwickeln, der die angrenzenden Quartiere besser verbindet. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie legt das Baureferat dem Stadtrat zur Entscheidung vor.DANIELA FÜRST