Ärger: Um das Kunstprojekt Menzinga ist ein Streit entbrannt. © Francesca Di Maggio, Achim Schmidt, Archiv
Als das Wandbild „Menzinga“ des Münchner Künstlers Martin Blumöhr in der Unterführung am S-Bahnhof Untermenzing im vergangenen Sommer feierlich eröffnet wurde, war die Aufmerksamkeit groß. Das Projekt war im Vorfeld mit Entwürfen und einer offiziellen Ankündigung beworben worden. Jetzt ist eine Debatte darüber entbrannt, ob zentrale Motive tatsächlich so umgesetzt wurden, wie es sich Beteiligte aus dem Bezirksausschuss (BA) vorgestellt hatten.
Kritik kommt von der früheren BA-Politikerin Gabriele Hartdegen (CSU). Ihr sei damals die Leitung des Projekts übertragen worden. Gemeinsam mit den Fraktionskollegen Anne Attenberger und Franz Schneller habe sie die Aufgabe betreut und nach eigenen Angaben viel Zeit und Arbeit investiert.
Hartdegen erinnert sich, dass sich der Start der Arbeiten nach der Beauftragung 2022 immer wieder verzögert und es während der Umsetzung längere Pausen gegeben habe. Die Unterführung sei im Juli 2025 eingeweiht worden, obwohl aus ihrer Sicht noch Elemente fehlten. Besonders enttäuscht zeigt sie sich über einzelne Motive, darunter die Darstellung der Kirche St. Martin sowie ein Baum an der Decke, der unvollständig geblieben sei.
Hartdegen verweist außerdem auf frühere Projektbilder, die im Bezirksausschuss vorgestellt worden seien und bei den Beteiligten andere Erwartungen geweckt hätten. In den vorliegenden Unterlagen sind mehrere Entwürfe und Visualisierungen zu sehen, die lokale Motive in dichter, farbiger Form zeigen. Aus ihrer Sicht sei von vielen vorgeschlagenen Bildern am Ende zu wenig umgesetzt worden. Besonders ärgerlich laut Hartdegen: Blumöhr sei für die Arbeit bereits bezahlt worden.
Der Künstler will hingegen grundsätzlich nicht von einem Konflikt sprechen. Bei der Eröffnungsfeier seien Vertreter aus dem BA, dem Stadtrat und zahlreiche Besucher „voll des Lobes“ gewesen. Auch aus dem Viertel habe er viel positive Resonanz erhalten. Von einer überraschenden Wende in der Wahrnehmung des Projekts könne daher keine Rede sein.
Zugleich räumt Blumöhr ein, dass das Werk noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Bei der Eröffnung habe er angekündigt, noch „zwei bis drei weitere kleine Motive und ein Projektschild“ anbringen zu wollen. Dafür sei inzwischen ein Zeitfenster innerhalb des Jahres 2026 vereinbart worden. Einen genauen Termin könne er derzeit aber nicht nennen, weil er parallel an mehreren Projekten arbeite.
Die inhaltliche Kritik will der Künstler so nicht hinnehmen. Er habe sich von dem im Vorfeld erstellten Katalog des Bezirksausschusses „inspirieren“ lassen, schreibt Blumöhr. Für die kompositorische Gestaltung müsse er als Künstler jedoch selbst frei handeln und die Verantwortung tragen. Dass nicht jeder Betrachter mit jedem Detail zufrieden sei, ließe sich bei einer solchen Arbeit nicht vermeiden.FRANCESCA DI MAGGIO