Das hat der Tscharlie Häusler aus „Münchner Gschichten“ schon 1974 gesagt, und da sind wir schließlich auch Weltmeister geworden. „Ois Chicago“ – was so viel heißen kann wie: „Alles klar – alles in Ordnung – alles Risiko – alles möglich“. Jetzt bereitet sich unsere Nationalmannschaft ausgerechnet in Chicago auf den WM-Start vor. Wenn das mal kein gutes Omen ist, um wirklich Weltmeister zu werden. Unser letztes Testspiel gegen die Nationalmannschaft der USA wurde auch noch von einem, zwar nicht sehr glanzvollen, aber von einem Sieg gekrönt. Was soll also noch passieren?
Morgen findet das Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt statt. Als einer von drei Gastgebern darf Mexiko um 21 Uhr gegen Südafrika eröffnen. 48 Teams kämpfen in 104 Partien in 16 Städten, eingeteilt in zwölf Gruppen à vier Teams, um den begehrten Titel bis zum Finale am 19. Juli. Bei der letzten Weltmeisterschaft waren es nur 32 Mannschaften. Ganz neu dabei ist die Nationalelf von Curaçao, einer wunderschönen Karibikinsel. Unser erster Gegner am Sonntag in Houston – hoffentlich haben wir da kein Problem. Man darf so vermeintlich leichte Gegner niemals unterschätzen. Vielleicht trinke ich in Erinnerung an ganz alte Zeiten den Cocktail „Swimming Pool“ mit Blue Curacao zum Spiel. Dann wird für mich persönlich das Zuschauen auf alle Fälle lustig.
Ebenfalls neu dabei: Kap Verde, ein afrikanischer Inselstaat, Usbekistan, ein zentralasiatischer Staat, und Jordanien. Letztgenanntes Land hat wohl mit der erstmaligen Teilnahme an diesem Turnier eine wahre Begeisterungswelle im eigenen Land ausgelöst. Ich habe von einem Familienvater gehört, der sein Auto verkauft hat, nur um sich das Eröffnungsspiel mit der gesamten Familie leisten zu können. Jetzt liegt es nur noch am Visum, ob er er seinen Traum vom Zuschauen verwirklichen kann.
So weit würde meine Liebe zum Fußball dann doch nicht gehen. Wobei ich schon großes Augenmerk auf dieses Turnier habe. Zwar nicht ganz so euphorisch wie noch vor ein paar Jahren, aber das liegt wohl auch an den Anpfiff-Zeiten. Unser Auftakt passt ja wunderbar mit 19 Uhr. Aber die beiden nächsten Spiele liegen für mich schon fast in der „Ich-geh-ins-Bett“-Zeit. Der erste Ballkontakt erst um 22 Uhr! Hoffentlich haben sich unsere Männer bis dahin gut akklimatisiert und sind nicht so müde wie ich.
Wenn man alle Eventualitäten des neuen WM-Modus einberechnet, dann kann man auch seine Veranstaltungen entsprechend planen. Nie wieder gehe ich auf die Bühne, wenn die deutsche Mannschaft spielt oder nur annähernd spielen könnte. Was bin ich froh, dass am kommenden Samstag, wo wir traditionell unser großes Lichtblick-Hasenbergl-Golfturnier veranstalten, „nur“ USA gegen Paraguay spielt und Katar gegen die Schweiz. Obwohl mein Schwiegersohn Schweizer ist und zugleich mein Versorgungsfahrer beim Turnier. Da ist es dann wieder von Vorteil, dass die Anstoßzeiten so spät sind.
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