Hier geht uns ein Licht auf

von Redaktion

Nachhaltig leben in München: Viele Ideen von Bio-Lampen bis zum Aufräumen

Der 3D-Drucker, mit dem alle Lampen hergestellt werden, steht in Siebers Küche.

Das Modell Nami ist der Bestseller im Programm.

Ein Erfindergeist: Sebastian Sieber ist vom Entwurf bis zum Versand der Lampen für alle Arbeitsschritte verantwortlich. Produziert wird nur auf Bestellung. © privat/Chiara M. Müller (2)

„Ich will ein Erfinder werden!“, erklärte Sebastian Sieber seinem Vater schon als Kind. Den Traum hat der 28-jährige Münchner umgesetzt. Unter dem Label „Lhooma“ fertigt der studierte Produktdesigner zu Hause in Trudering selbst entworfene Tischlampen aus nachwachsenden Materialien. Ein Gewinn für die Umwelt und für die Wohnungen, die von den minimalistischen Designobjekten in ein warmes, gemütliches Licht getaucht werden.

Seit genau einem Jahr ist Sebastian Sieber mit seiner Ein-Mann-Firma auf dem Markt. Insgesamt 72 Lampen hat er seither mit dem 3D-Drucker (er steht in Siebers Küche) hergestellt, verpackt und an seine Kunden verschickt. Die Anzahl der Leuchten hat der Jungunternehmer deshalb so genau parat, weil jeder Bestellung (unter: lhooma.com, ab 79,99 Euro) ein Zertifikat mit Seriennummer und Unterschrift des Designers beiliegt. Angefangen hat alles mit einer Lampe, die Sieber für seine eigene Wohnung konzipiert und produziert hatte. „Freunde haben sie bei mir gesehen und wollten dann genau das gleiche Modell.“ Der Startschuss für das lokale Unternehmen „Lhooma“.

Das Besondere an Sebastian Siebers Produkten: Schirm und Standfuß der Lampen bestehen aus Polymilchsäure (PLA). „Das Material wird aus erneuerbaren Quellen wie Mais oder Zuckerrohr gewonnen. Es benötigt weniger Energie für die Herstellung als herkömmliche Kunststoffe und ist unter den richtigen Bedingungen biologisch abbaubar.“ Auf einer Spule – kurz Filament – wird der Rohstoff in den 3D-Drucker eingesetzt. „Man muss sich das wie eine unendlich lange Nudel vorstellen“, erklärt Sieber. „Im Drucker wird das Material dann bei 230 Grad erhitzt und schichtweise in Form gebracht.“ Der Standfuß – bei allen Lampen einheitlich – benötigt etwas zweieinhalb Stunden Druckzeit. Für den Schirm setzt Sebastian Sieber je nach Modell drei bis vier Stunden an.

Die elektrischen Komponenten wie Fassung, Kabel und Stecker seiner Leuchten bezieht Sieber von der Firma „Lightstock“ in Puchheim. Auch hier setzt der junge Designer auf Nachhaltigkeit, ebenso wie beim Thema Lagerhaltung. „Ich produziere nur auf Bestellung und nicht auf Vorrat“, sagt er. „Die traditionelle Beleuchtungsindustrie basiert auf Massenproduktion, was zu überschüssigen Beständen, verschwendeten Materialien und Umweltbelastung führt. Bis eine massenproduzierte Lampe in einem Wohnzimmer ankommt, hat sie oft allein durch den Transport einen erheblichen CO2-Fußabdruck hinterlassen.“

In puncto Design hat sich Sebastian Sieber vom japanischen Wohnstil inspirieren lassen – reduziert und doch emotional ansprechend. Dabei spielt die Lichtfarbe eine wesentliche Rolle. „Ich hasse grelles Licht“, sagt Sieber. „Zu Hause ist für mich ein Wohlfühlort, an dem man entspannen will.“ Osram-LED-Lampen mit 1500 Kelvin sorgen in Siebers Lampen für ein warmes, fast kerzenartiges Licht. Der Designer ist überzeugt: „Die kleinen Produkte haben in unserem täglichen Leben einen größeren Einfluss, als wir denken. Ein gut gestaltetes Objekt kann beeinflussen, wie wir leben, wie wir uns fühlen und sogar, wie wir uns mit unseren Räumen verbinden.“SABINE SCHWINDE

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