Können diese Parkplätze weg?

von Redaktion

Der Plan für die Altstadt – Mehr Grün, weniger Verkehr

Diskutierten mit: Wolfgang Fischer (oben) und Monika Burger. © Hangen/ Schlaf

Parkplätze wie hier an der Westenriederstraße könnten wegfallen. Die Karte zeigt die Gebiete, um die es geht.

Mehr Bäume, mehr Grün und mehr Freiflächen – dafür weniger Autos und Parkplätze: Die Münchner Altstadt steht vor einem großen Wandel. Mit dem Konzept „Altstadt für alle“ hat der Stadtrat vergangenen Dezember den Weg dafür bereitet. Nun geht es in die konkrete Planung – zunächst für die östliche Altstadt. Dabei sollen Anwohner, Gewerbetreibende und alle Bürgerinnen und Bürger mitreden können. Gestern fiel der Startschuss für den Beteiligungsprozess.

Das Mobilitätsreferat stellte erste Entwürfe vor, die als Grundlage für den weiteren Prozess dienen sollen. Eines der Hauptziele: „Wir benötigen eine Verkehrsreduktion und die Neuordnung des öffentlichen Raums“, so Mobilitätsreferent Georg Dunkel. Gleichzeitig müssten die vielfältigen Anforderungen im Verkehr berücksichtigt werden. Die ersten Beteiligungsrunden konzentrieren sich auf das Graggenauer Viertel und das östliche Angerviertel. Andere Teile der Altstadt werden später behandelt. Zwar sollen die Ideen der Bürger die Planung mitgestalten, das Referat hat bereits Pläne.

Ein zentraler Teil des Konzepts betrifft die Parkplätze: Derzeit gibt es in der östlichen Altstadt tagsüber 540 Stellplätze für Anwohner und Kurzzeitnutzer. Künftig schätzt das Referat 210 Parkplätze ausschließlich für Anwohner für ausreichend ein. Besucher sollen in Parkhäuser fahren. Die übrigen 330 Stellplätze könnten umgewandelt werden. Für einen Teil der bisherigen Parkflächen sind bereits Nutzungen vorgesehen, etwa Lade- und Lieferzonen oder Behindertenparkplätze. Weitere Flächen gelten als „Potenzialflächen“, etwa in der Westenrieder- oder Ledererstraße. Dort sollen unterschiedliche Nutzungen möglich sein: von weiterhin Parkplätzen bis zu Grün- und Freiflächen. In Workshops zwischen Juni und Dezember sollen Bürger über die Ausgestaltung mitreden. Das Referat betont: Noch sei nichts entschieden – auch nicht, wie viele Parkplätze tatsächlich wegfallen.

Dennoch bewegte gerade dieses Thema viele Anwohner. Margarethe Stadlbauer von der Bürgerinitiative Altstadt begrüßt, dass die Bedürfnisse der Anwohner abgefragt werden, hält den Prozess aber nicht für ausreichend durchdacht – der Gestaltungsspielraum sei zu stark vorgegeben. „Offen ist außerdem, was passiert, wenn eines der Parkhäuser in der Gegend wegfällt. Stehen dann die Anwohner im Regen?“ Auch Händler treibe das Thema um, sagt Wolfgang Fischer vom Verein Citypartner. „Die Parkplatzsituation für Besucher muss geklärt werden.“ Die Kapazitäten der umliegenden Parkhäuser seien schon jetzt knapp. „Was machen Besucher, wenn die voll sind?“ Dafür brauche es Lösungen – notfalls auch neue Parkgaragen. Und auch an ausreichend Parkplätze für Menschen mit Behinderung müsse gedacht werden, betont Monika Burger vom Behindertenbeirat. Einige Parkhäuser seien nur bedingt barrierefrei. „Wir brauchen weiterhin Flächen auf den Straßen – mit genügend Platz zum Aussteigen.“

Diese Perspektiven sollen in den Prozess einfließen. Nach der Bürgerbeteiligung soll der Stadtrat dann Anfang 2027 erneut über das Konzept abstimmen. Im Sommer desselben Jahres könnten erste Maßnahmen umgesetzt werden – zunächst mit temporären Lösungen wie Pflanzenkübeln.JULIAN LIMMER

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