Kolkraben brüten mitten in der Stadt

von Redaktion

Sensation: Die größten Singvögel Europas waren bei uns schon so gut wie ausgerottet

Kolkraben-Paare sind sich sehr treu. Die Tiere sind die größten Singvögel Europas. © Dieter Hopf/LBV-Bildarchiv, Henderkes/LBV

Es ist eine rabenschwarze Überraschung: Erstmals brüten im Stadtgebiet wieder Kolkraben. „Bis in die 1940er-Jahre waren die großen Brüder der Krähen in ganz Mitteleuropa so gut wie ausgerottet“, sagt Isabel Rohde, Expertin vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz München. „Dass wir sie jetzt als Brutvögel in München haben, ist eine Sensation.“ Die beiden Brutpaare wurden eher zufällig bei Biotop-Arbeiten entdeckt. Sie fallen vorwiegend durch ihre beeindruckende Flügelspannweite von bis zu 1,5 Metern auf. Damit sind sie die größten Singvögel Europas.

In Bayern geht man aktuell von 1200 bis 1500 Brutpaaren aus, die vorwiegend in strukturreichen offenen Landschaften und in den Alpen auf Mäusejagd gehen. In München konnte man sie bisher mit viel Glück im Landschaftsschutzgebiet Schwarzhölzl oder in Haar entdecken. Nun gilt es auch in der Stadt, die Augen offen zu halten.

Von Krähen lassen sich Raben etwa durch ihre Größe unterscheiden: „Außerdem treten sie nicht im Schwarm, sondern meist als Paar auf“, erklärt Rohde. Die Rufe sind ebenfalls sehr verschieden: Während Krähen „Kräh Kräh“ krächzen, rufen die Raben ein grollendes „Krook Krook“, dem sie auch ihren Namen verdanken. Als Gesundheitspolizei der Natur vertilgen sie auch Aas und kranke Tiere. Die Paare bleiben sich in einem geeigneten Revier ein Leben lang treu. Eine weitere gute Nachricht: Wo Raben brüten, verziehen sich die Krähen.SUSANNE STOCKMANN

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