Mitten auf der Corneliusbrücke mit malerischem Blick auf die Isar wurde das Denkmal am Samstagmorgen enthüllt. Als Ehrengäste kamen Markus Söder und Verena Dietl (Foto re.).
Initiator Dietmar Holzapfel (re.) vor seinem Herzensprojekt, dem Bronze-Kini. Daneben der König-Fan Harald Heigl in voller Montur. © Jens Hartmann (3)
Pünktlich zum 140. Todestag unseres mythischen Märchenkönigs war es endlich so weit. Am Samstagmorgen enthüllte politische Prominenz auf der Corneliusbrücke das neue Denkmal für König Ludwig II.: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und die dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) waren zur feierlichen Enthüllung der Bronzebüste gekommen. Der Kini ist endlich daheim an der Isar.
Auf der runden Bastion, mitten auf der Corneliusbrücke mit Blick auf den Isarpark und die Maximilianskirche, war es sehr voll an diesem festlichen Samstagmorgen. Manche Zuschauer mussten sogar auf die Brücke ausweichen. Nicht nur Politprominenz, sondern auch ein Vertreter der Adelsfamilie war präsent: der Lebenspartner des Herzogs Franz von Bayern, zusammen mit dem königlichen Dackel.
Dass das Denkmal vom Kini ausgerechnet auf der Corneliusbrücke steht, ist kein Zufall. Schon ab 1910 zierte fast genau am gleichen Standort ein großes Ludwig-II.-Denkmal die Brücke. Drei Meter hoch prangte es über der Isar. Während des Zweiten Weltkriegs schmolzen die Nazis die Figur jedoch ein, seitdem fehlte das Denkmal. Bis Dietmar Holzapfel, Kult-Wirt des Hotels Deutsche Eiche, vor zwölf Jahren die Idee hatte, hier wieder ein Denkmal für den Kini zu errichten: „1864 ist die Deutsche Eiche gebaut worden. Und da ist auch König Ludwig II. auf den Thron gekommen. Das war für uns die Parallele, und dass er natürlich eine Ikone ist“, sagt Holzapfel zur Entstehung seiner Idee.
Also gründete er eigens für den Bau dieses Denkmals einen Verein und sammelte über 200.000 Euro an Spenden. Dass das Kini-Denkmal heute hier steht, habe laut Markus Söder und Verena Dietl vor allem mit dem großen Engagement Holzapfels zu tun. Ungefähr 225.000 Euro kostete das Denkmal, vollkommen finanziert aus privaten Spenden. Die Büste besteht aus Bronze, der Sockel aus hellem Untersberger Marmor mit rosa Spuren. Rund um das Denkmal hat die Stadt München die Fläche mit Rosen und Rasen frisch begrünt.
„Ludwig II. war der James Dean der Wittelsbacher“, sagte Söder bei seiner Eröffnungsrede. „Wenn wir ganz ehrlich sind, steht Ludwig II. für Bayern ganz besonders.“ Um den Kini ranken sich zig Mythen, vor allem, was seinen mysteriösen frühen Tod am Starnberger See angeht. Ludwig II. war auch der Begründer zahlreicher Orte, die Bayern bis heute internationale Strahlkraft verleihen. Nicht nur die legendären Schlösser wie Herrenchiemsee und Schloss Neuschwanstein. Auch die Technische Universität München gründete der Technikliebhaber.
Harald Heigl, bekleidet mit einem traditionellen braunen Mantel, bespickt mit königlichen Abzeichen und einem Bild von Kaiserin Sisi, freut sich über das neue Denkmal. Er ist ein Fan von Ludwig II.: „Ich finde alles an ihm toll. Er war ein Visionär und ist zu früh gestorben.“ Andreas Krause, der direkt um die Ecke vom Gedenkort des bayerischen Monarchen wohnt, findet ihn schön. „Das Denkmal ist total cool. Es hat eine zeitlose Ästhetik.“ Er könne sich gut vorstellen, hier auch mal den Tag mit einem Glas Wein ausklingen zu lassen. Im Hintergrund die malerische Isar.DARIO WEBER