Fabrizio S. mit einer Bekannten. Er finanzierte mit Betrug seinen teuren Lebensstil. Einen BMW M6 wie unten im Bild hatte er in die Ukraine verschoben. © privat, FNP
Wie die Mutter, so der Sohn: Betrüger Fabrizio S. (35) zockt gerne Menschen ab. Allein in München soll der gebürtige Italiener 17 Miet-Interessenten in der Türkenstraße um 150.000 Euro geprellt haben (wir berichteten). Jetzt kommt raus: Sogar seine Mutter war in Betrügereien involviert. Mamma mia!
Laut Staatsanwaltschaft Stuttgart waren sie und Fabrizio S. 2015 wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Unterschlagung vom Landgericht verurteilt worden. Der Gauner hatte mit einem Komplizen Luxusautos gemietet und weiterverkauft. Ein Sprecher: „Er sollte die Fahrzeuge in seinen Besitz bringen, sein Mithäftling ihm diese abkaufen und sodann auf eigene Rechnung in die Ukraine weiterveräußern.“ Die Mutter schloss laut Sprecher die Leasing- oder Mietverträge ab. So verhökerte das Trio einen BMW M6 für 81.000 Euro, einen Maserati Gran Turismo für 108.000 Euro, einen Porsche Cayenne für 30.000 Euro, einen Porsche 911 für 95.000 Euro und einen Audi A7 für 78.000 Euro.
Fabrizio S. bekam dafür eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten, auch seine Mutter wurde verurteilt. Im August 2021 durfte er auf Bewährung raus. 2024 verurteilte ihn das Landgericht Augsburg wegen Betrugs mit teuren Autos zu drei Jahren und drei Monaten.
Anfang 2025 bot Fabrizio S. 17 Interessenten eine Wohnung in der Türkenstraße an – obwohl sie ihm nicht gehörte. Er floh nach Italien, wurde in der Schweiz verhaftet. Am 9. März wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Jetzt sitzt er den Rest seiner Strafe von 2015 ab – laut Staatsanwaltschaft 401 Tage.THOMAS GAUTIER