Übten den Schulterschluss: Kardinal Reinhard Marx (li.) und Generalvikar Christoph Klingan (re.) sowie Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne, 2.v.re.) und dessen Stellvertreterin auf Erden, Mona Fuchs (Grüne, 2.v.li.). Das große Foto zeigt eine Prozession mit der Silberbüste, die die Reliquien des Heiligen Benno, des Stadtpatrons von München, enthält. © Claudia Möllers
„Wir gehören dazu, wir wollen auch weiter unseren Beitrag dazu leisten, dass diese wunderschöne Stadt attraktiv, liebenswert und lebenswert bleibt.“ Kardinal Reinhard Marx hat am Sonntagabend zum Ausklang des Bennofestes, das parallel mit dem Stadtgründungsfest gefeiert wurde, Vertreter der Stadt, von Wirtschaftsverbänden, der Kultur und der Münchner Geschäftsleute zu einem Empfang in den lauschigen Innenhof des Palais Holnstein eingeladen. Dass die gut 100 Gäste am Abend trotz des ersten Auftritts der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM der Einladung des Kardinals in seinen Amtssitz gefolgt sind, zeigt, wie sehr die katholische Kirche in der Stadtgesellschaft verankert ist.
Erstmals dabei war der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne), der auch seine Stellvertreterin Mona Fuchs (Grüne) mitgebracht hatte und sich intensiv mit dem Kardinal und Generalvikar Christoph Klingan austauschte. „Ich habe gemerkt, Sie haben ein offenes Auge für das, was in der Kirche los ist“, lobte der Kardinal. „Vieles ist für Sie neu, aber Sie sind neugierig. Neugierde ist eine gute Voraussetzung für einen guten Politiker und für einen guten Priester.“ Darauf zu schauen, was die Menschen bewegt, was sich in der Welt tut. Und was man mit neuer Kraft verändern kann. Der OB könne sich darauf verlassen, dass die katholische Kirche mit ihren 160 Pfarreien in der Stadt ein Netzwerk bilde, das ein Rückgrat der Zivilgesellschaft sei. „Ich lebe gerne in dieser Stadt. Wir gehen mit Euch zusammen in die Zukunft“, sagte der gebürtige Westfale Marx.
Dominik Krause, der auch von einer ganzen Reihe von Fachreferenten begleitet wurde, freute sich über diesen Schulterschluss mit der katholischen Kirche. Schließlich gerate die Demokratie unter immer größeren Druck. Da müssten die zusammenrücken, die klare Moralvorstellungen haben, um „dieser Bedrohung unseres demokratischen Zusammenlebens entschlossen entgegenzutreten“.CLAUDIA MÖLLERS