Pläne für den Kaufhof-Klotz

von Redaktion

Umbau am Rotkreuzplatz: Läden, Wohnen und ein Hotel

Neue Pläne für den Kaufhof am Rotkreuzplatz. Der Neubau (s. u.) soll sich harmonisch ins Viertel einfügen. © Marcus Schlaf, ofb

Als „Operation am offenen Herzen“ bezeichnet Gudrun Piesczek (CSU) vom Bezirksausschuss (BA) Neuhausen/Nymphenburg die geplanten Veränderungen am Rotkreuzplatz – dort, wo jetzt noch der geliebte Galeria Kaufhof der Neuhausener steht. Die Anwohner wollen das Kaufhaus als belebtes Viertelszentrum behalten, demonstrierten im Mai sogar für den Erhalt (wir berichteten). Doch es hilft nichts, die neuen Besitzer von der OFB-Projektentwicklung GmbH bauen um. Peter Hugle, Niederlassungsleiter der OFB, präsentierte jetzt den Viertelspolitikern und Bürgern den Mix, der bis 2030 kommt: Es gibt weiter Einzelhandel im Neubau, zudem plant die Eigentümerin Büroflächen, 80 Wohnungen und ein Hotel mit begrünter Dachterrasse. Als „ausgewogenes und schlüssiges Konzept“ lobte Piesczek das Vorhaben.

Die aktuelle Planung für das Kaufhof-Gebäude sieht im Einzelnen wie folgt aus: Das Untergeschoss und das Erdgeschoss bleiben in der bisherigen Form für den Einzelhandel erhalten. Anbieter wie Edeka, Lidl oder dm hätten bereits Interesse bekundet und würden die Flächen „mit Kusshand“ nehmen, sagt Hugle und ergänzt: „Auch mit Galeria könnte es weitergehen, wenn es sie noch gibt.“ Bisher läuft der Mietvertrag mit Galeria Kaufhof bis Mitte 2027. Man habe Galeria nicht gekündigt, sondern einen Vertrag zur Fortführung des Mietverhältnisses angeboten, was Galeria jedoch abgelehnt habe, erklärt Hugle. Seit April zahle Galeria die Miete nur nach Mahnungen. Eine Anfrage unserer Zeitung in dieser Sache blieb von Galeria Kaufhof bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

Die oberen Geschosse sollen zurückgebaut werden, so Hugle weiter, vom ersten bis zum vierten Stock sind Büros und auf der Südseite zur Pötscherstraße circa 80 Mietwohnungen geplant. Im fünften und sechsten Stock soll ein Hotel einziehen, mit einem Restaurant auf begrünter Dachterrasse. Im Innenhof entsteht ein erhöhter Lichthof.

Eine höhere Bebauung mit zwei weiteren Stockwerken hatte die Stadtgestaltungskommission abgelehnt, weil die Höhe von denkmalgeschützten Gebäuden in der Donnersbergerstraße inklusive des Schwesternheimes am Rotkreuzplatz nicht überschritten werden soll. Hugle skizziert das Timing für den Umbau wie folgt: Nach dem möglichen Auszug von Galeria Mitte 2027 könne mit dem Rückbau begonnen werden, der Neubau soll dann bis circa 2030 fertiggestellt sein.

Gegen solcherlei Pläne hatten die Neuhausener Anwohner vor einem Monat nicht nur mit einer Demonstration, sondern auch mit einer Petition protestiert, die mehr als 2000 Menschen unterzeichneten. Sie appellierten an die Eigentümer des Gebäudes, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Doch anders als andere Galeria-Filialen will das Haus am Rotkreuzplatz offenbar keinen neuen Mietvertrag aushandeln. „Mit uns hat niemand geredet“, sagt Hugle.

Ihre Pläne will die OFB GmbH im Sommer der Stadtgestaltungskommisison zur Entscheidung präsentieren. Im Herbst will sich auch der Bezirksausschuss noch mal damit befassen. „Uns ist es wichtig, dass die Bauzeit so kurz wie möglich ist“, sagt Piesczek. Das werde man gegenüber der Stadt entschlossen vorbringen. Und der Lottoladen, aus ihrer Sicht unverzichtbar für die Anwohner, müsse während der Bauphase unbedingt erhalten bleiben, zum Beispiel in einem Container.LILIAN SUSAN WILKE

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