2:0 für die Stadt

von Redaktion

Oide Wiesn: Wirt Alexander Egger scheitert auch mit Schützenlisl-Klage vor Gericht

Für Wirt Alexander Egger sind weiterhin Fragen offen.

Die neuen Schützenlisl-Wirte Manfred Kneifel, Michael Bietsch und Florian Fendt (F. li., v. li.) feiern den Verwaltungsgerichts-Beschluss. © Bodmer, Schmidt, Stache

Jawohl! Mit diesem Gefühl sind die neuen Wirte des Schützenlisl-Zelts ins Wochenende gestartet. Denn das Verwaltungsgericht entschied am Freitag: Der Zuschlag der Stadt an sie ist rechtens. Michael Bietsch (57), Florian Fendt (50) und Manfred Kneifel (48) erhielten ihn Mitte Mai. Dann der Schock: Wirt Alexander Egger, der die städtische Vergabepraxis für große Wiesnzelte anficht, klagte auch in Bezug auf die Lisl auf der Oidn Wiesn. Jetzt ist klar: Die Klage blieb erfolglos.

Es steht also mittlerweile 2:0 für die Stadt. Denn am Donnerstag hob das Bayerische Oberste Landesgericht, wie berichtet, auch das bis Freitag geltende Zuschlagsverbot fürs Paulaner- und Schottenhamel-Festzelt auf. Das Verbot galt nach einer Beschwerde Eggers vor Gericht. Gegen den Schützenlisl-Beschluss kann er nun innerhalb von zwei Wochen Beschwerde einlegen.

Die Lisl-Wirte sind erleichtert und überglücklich, Gästen und Mitarbeitern grünes Licht geben zu können. Manche hätten ihre Reservierungsanfragen zurückgezogen, so Fendt. Wochenlang war unklar, wie das Gericht die Zuteilung an sie bewertet. Eine Belastungsprobe für die drei Freunde. „Jetzt kann man endlich reservieren bei uns!“, sagt Kneifel.

Eggers Anwalt Maximilian Schmid erhob Anfang Juni beim Verwaltungsgericht Hauptsacheklage. Eggers Bewerbung bekam 16 Punkte weniger als die der Lisl-Wirte. Sein Anwalt erhielt daraufhin Einsicht in die Konkurrenzbewerbung und stellte danach einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht. Nun zeigt eine Mitteilung des Gerichts, wo sich Egger benachteiligt sah. Demnach argumentierte sein Anwalt, dass er bei sieben Kriterien zu wenig Punkte bekam und das Lisl-Trio zu viele. Er kritisierte etwa die Werte für Eigentum, Ausstattung und Volksfesterfahrung.

Egger klagte mit der WE Festzelt GmbH. Unter diesem Firmennamen führen er und seine Frau Kathrin Wickenhäuser-Egger seit 2022 das kleine Festzelt Münchner Stubn. Für dieses haben sie auch einen Zuschlag erhalten. Zum Gerichtsbeschluss erklärte ein Firmensprecher: Dieser liefere keine „abschließende Klärung der aufgeworfenen und aus unserer Sicht nach wie vor berechtigten Einwände“. Man werde erst nach eingehender Prüfung des Beschlusses über die nächsten Schritte entscheiden. Die Frage, ob Egger das Zelt 2026 betreiben wolle, ließ Anwalt Schmid unbeantwortet.

Wiesn-Chef Christian Scharpf teilte mit, er freue sich, „dass das Verwaltungsgericht erneut bestätigt hat, dass die Stadt dieses Verfahren korrekt und rechtmäßig angewendet hat.“

Bietsch, Fendt und Kneifel feiern 2026 Wiesn-Premiere als Wirte. Fendt und Kneifel führen die Münchner Suppenküche und Bietsch – ihr Nachbar vom Schlachthof (er betreibt dort eine Lkw-Waschanlage) – war ab 2019 Chef der historischen Kegelbahn auf der Oidn Wiesn.REGINA MITTERMEIER

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