Beim Güterzugunglück starb ein Mensch. © privat (2), dpa
Hooman R. hinterlässt eine Frau und zwei Töchter.
Erst seit einem halben Jahr hatte Hooman R. bei den „Rail Rockers“ gearbeitet – einem Dienstleistungsbetrieb, der Triebfahrzeugführer für den Güter- und Personenverkehr bereitstellt. Dann das tragische Ende des Familienvaters. Der 46-Jährige erlitt bei dem Güterzug-Unfall in Milbertshofen, bei dem zwei Waggons eines Güterzuges von einer Eisenbahnbrücke auf die Schleißheimer Straße gestürzt sind, tödliche Verletzungen.
Hooman R., der in Hamburg lebte und nur wegen des Einsatzes in München war, hinterlässt eine Ehefrau und zwei Töchter im Alter von zehn und 14 Jahren. Seine Familie steht nun am Abgrund. Nicht einmal die Kosten für die Beerdigung kann sich die Ehefrau leisten, sagt Franziska Beckmann unserer Zeitung. Sie leitet zusammen mit ihrem Mann Marc die 2020 gegründete Firma. Und hat auf GoFundMe jetzt einen Spendenaufruf initiiert. „Damit die Familie zumindest die ersten paar Monate finanziell übersteht.“ Das Spendenziel: 16.000 Euro, bis gestern Mittag waren über 12.000 Eurozusammengekommen.
Sie beschreibt ihren Angestellten als „liebsten Menschen, den man sich denken kann“. Beim Vorstellungsgespräch vor einem halben Jahr habe er sie und ihren Mann sofort für sich eingenommen. „Hooman war supermotiviert, wahnsinnig pflichtbewusst und wissbegierig. Wir haben immer wieder von Kunden lange Mails erhalten, die ihn über den grünen Klee lobten. Wir hängen sehr an ihm, und das wird auch so bleiben.“
Die von Franziska Beckmann initiierte Spendenaktion hatte sie mit der Witwe abgesprochen, die ihr auch Fotos ihres verstorbenen Mannes schickte. An den Beerdigungskosten werden sich die Rail Rockers zur Hälfte beteiligen, „damit möglichst viel Geld für die Familie bleibt“. Hooman arbeitete im rund 25-köpfigen Unternehmen als Rangierbegleiter, doch er wollte sich weiter fortbilden und Zugführer werden. „Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen ist – bei seiner Familie, seinen Freunden und allen Menschen, die ihn kannten und mit ihm zusammenarbeiten durften“, steht auf GoFundMe.M. BIEBER