Ein Papua-Hornvogel in Hellabrunns neuer Dschungel-Welt. © Jan Saurer, Hellabrunn
Ein Binturong in der neuen Dschungelwelt.
Eine Fischkatze schleicht durchs Gehege.
Bei der Eröffnung (v. li.): Sparkassen-Vorstand Jan Mersmann, Bürgermeisterin Verena Dietl, Tierpark-Chef Rasem Baban.
Die Dschungelwelt in Hellabrunn: Neue Tiere bevölkern das Zelt. © Jan Saurer, Hellabrunn (3)
Nein, es ist kein Kino, sondern echte Natur, in die die Besucher in der neuen Hellabrunner Dschungelwelt eintauchen dürfen. Dass es trotzdem nach Popcorn riecht, liegt an den Binturongs, pelzigen Kletterkünstlern mit Greifschwanz: „Ihr Urin, mit dem sie ihr Revier markieren, enthält die gleichen Moleküle, die auch Popcorn duften lassen“, erklärte Tierpark-Chef Rasem Baban gestern. Nach langer Generalsanierung durfte er die Dschungelwelt wieder öffnen. Den Besuchern verspricht er „eine faszinierende Reise durch die Tier- und Pflanzenwelt Südostasiens“.
Die zwei Binturong-Brüder stammen aus einem französischen Zoo. Sie teilen sich Innen- und Außengehege mit asiatischen Zwergottern. Die quirligen Marder-Verwandten streckten, noch etwas scheu, zur Eröffnung nur einmal kurz die Schnauzen aus ihrem Bau. Doch schon bald wird man auf der Insel und in den Wasserläufen im Freigehege oder durch die Unterwasserscheibe im Innenraum beobachten können, wie flink und verspielt sie sind. Derzeit sind es drei, doch der Tierpark hofft auf Nachwuchs.
Auch Fischkatzen und Zwergmuntiaks (chinesische Hirsche) sind zu bewundern, dazu jede Menge Vögel, die die Urwald-Illusion perfekt machen. Besonders seltene Arten wie Balistar, Sumatrahäherling und Hornrabe bewohnen eigene Volieren, andere werden schon bald über den Köpfen der Besucher durch die Baumkronen fliegen.
Rund elf Millionen Euro hat die Sanierung der 1995 erstmals eröffneten Dschungelwelt gekostet. Doch sie war unumgänglich, so Baban. Die Technik war am Ende, die Gehege entsprachen nicht mehr heutigen Anforderungen. Nach dem Auszug der Löwen 2022 machte sich der Tierpark daran, „die Dschungelwelt völlig neu zu denken“.
Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Verena Dietl (SPD) dankte dem Stadtrat, dass er diesen Weg mitgegangen ist. Finanzielle Unterstützung leistet die Stadtsparkasse, deren Vorstandsmitglied Jan Mersmann sich als Tierpark-Fan outete: „Es ist ein Ort, der Generationen verbindet und Erinnerungen schafft“, schwärmte er.
Und es ist mehr als früher ein Ort der Bildung. Unterm Berg in der Mitte, dessen üppiger Bewuchs die Bauzeit überstanden hat, gibt es jetzt einen Forscherraum mit sieben Mikroskopplätzen. Führungsteilnehmer können hier unter Anleitung von Experten Einblicke in die Vielfalt des Lebens gewinnen.
In den kommenden Wochen und Monaten wird die Besetzung der Dschungelwelt allmählich komplettiert werden. Die Besucher haben also immer wieder Neues zu entdecken. Am diesem Wochenende findet zum Auftakt eine Quizrallye statt.PETER T. SCHMIDT