Zwischen Drehspieß und Dachstuhl

von Redaktion

Besonders anstrengende Jobs im Sommer – So gehen Profis mit den Temperaturen um

Als ob’s nicht schon heiß genug wäre … So manche Bayern müssen in der aktuellen Hochsommer-Phase noch mehr schwitzen als andere – schon berufsbedingt. Zum Beispiel: der Dönermann. Während die Kunden bei einem kühlen Getränk ihr Mittagessen genießen, leidet er hinter dem Tresen. Denn direkt neben den Drehspießen herrscht brütende Hitze. Das weiß – und vor allem spürt – auch Ahmed. Der 26-jährige Münchner verkauft bereits seit 2019 die türkische Spezialität. Momentan arbeitet er bei Mister Döner in der Nähe vom Hauptbahnhof. Wie er die aktuellen Temperaturen empfindet? „Es ist schlimm, sehr schlimm“, sagt er. Bis zu drei Liter Flüssigkeit trinkt Ahmed täglich, hauptsächlich Red Bull und Wasser. Trotzdem kann er die Schweißausbrüche nicht verhindern. Einmal pro Schicht muss er im Laden die Kleidung wechseln. Seiner Motivation tut das allerdings keinen Abbruch: „Ich mag meinen Job – auch im Sommer.“

Auch Tierpflegerin Anna (29) bewältigt die Hitzewelle tapfer. Sie ist im Tierheim Riem für die Hundequarantäne zuständig – und verbringt viel Zeit in der prallen Sonne. Mit acht bis zehn Hunden geht die Münchnerin täglich Gassi. Die besondere Schwierigkeit: Nicht nur wir Menschen sind bei diesen Temperaturen anfällig. „Alte, sehr junge und neue Hunde sind hitzeempfindlich“, sagt Anna. Um also die Vierbeiner und sich selbst zu schützen, geht die Tierpflegerin mit ihren Schützlingen nur zu frühen und späten Zeiten spazieren. Außerdem weicht sie auf schattenspendende Waldwege aus. Bei all der Anstrengung sind regelmäßige Trinkpausen für sie unverzichtbar.

Erzieherin Veronika Schwaiger (31) muss bei den hohen Temperaturen nicht nur auf sich selbst achten, sondern auch auf die Kinder. Weil sie besonders hitzeempfindlich sind, gehört Hitzeschutz in ihrem Integrationskindergarten zum Alltag. Im Innenhof sorgt ein Planschbecken für Abkühlung. Den eigentlichen Garten meiden sie dagegen: Trotz Sonnenschirmen reicht der Schatten dort nicht. „Es ist einfach zu heiß“, sagt Schwaiger. Auch in den Gruppenräumen versuchen die Erzieherinnen, den Kindern Erleichterung zu verschaffen. Zur Abkühlung gibt’s etwa Kühlpacks. Außerdem: viel trinken – und häufiger Pausen machen! Besonders beliebt sind die Waldtage: Jeden Montag verbringt die Gruppe den Tag im kühleren Wald. Geplante Ausflüge mussten wegen der Hitze allerdings abgesagt werden.

Zimmerermeister Lukas Römmelt arbeitet dort, wo die Sonne besonders erbarmungslos brennt: auf dem Dach. Schatten gibt es dort keinen. „Das muss man aushalten können“, sagt der 27-Jährige. Um der größten Hitze zu entgehen, beginnt sein Arbeitstag bereits um fünf Uhr morgens. So kann er früher Feierabend machen, bevor die Temperaturen unerträglich werden. Ausreichend zu trinken gehört für ihn genauso zum Arbeitsalltag wie eine Kopfbedeckung. Ob Kappe oder Strohhut – ohne Sonnenschutz geht es nicht. Wenn möglich, legt er Pausen im Schatten ein. „Ich glaube, man gewöhnt sich mehr oder weniger an die Hitze“, sagt er. Pragmatisch ergänzt Römmelt: „Wenn man mit Hitze nicht umgehen kann, darf man kein Zimmerer werden.“ Schließlich können Dachstühle nur bei trockenem Wetter aufgebaut werden. Sein T-Shirt muss er jedenfalls nicht extra nass machen – es ist ohnehin innerhalb kürzester Zeit komplett durchgeschwitzt.VAP, CR

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