Neue Kameras sollen heuer kommen – und dabei helfen, ein Chaos wie im Vorjahr zu verhindern. © Achim Schmidt
Der Aufbau am Festgelände läuft seit gestern. Wiesn-Chef Christian Scharpf nutzte die Gelegenheit und erläuterte die neuen Sicherheitsmaßnahmen. © Peter Kneffel/dpa
Der Aufbau für das 191. Oktoberfest läuft. Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) verkündete beim Pressetermin am Montag aber nicht nur, dass Arbeiter als Erstes nun die großen Zelte hochziehen. Er erläuterte auch neue Vorsichtsmaßnahmen – dazu zählen etwa Kameras, eine Sicherheitszentrale und Durchsagen-Profis. Alles, damit sich das Überfüllungs-Chaos vom vergangenen Jahr nicht wiederholt. Die Wiesn rüstet auf.
Zur Erinnerung: Am mittleren Samstag, an dem traditionell viele ausländische Gäste kommen, staute es sich in der Wirtsbudenstraße. Teils ging es weder vor- noch rückwärts. Manche Menschen bekamen Panik – auch, weil Lautsprecherdurchsagen zwar auf die Schließung des Geländes hinwiesen, aber nicht die Überfüllung als Grund dafür nannten. Auf die heftige Kritik am Krisenmanagement hat die Stadt nun reagiert.
Scharpf sagte, bislang habe die Stadt zwölf Kameras an den Eingängen installiert. Zur Einschätzung des Andrangs verließ man sich auf Sichtkontrollen. Die Polizei arbeitet mit 54 Kameras – und die Festleitung werde nun an allen Lautsprecher-Masten auch Kameras aufhängen. So habe man „einen Überblick übers gesamte Gelände“. Die Kameras arbeiten laut Scharpf auch mit Künstlicher Intelligenz. Damit können sogenannte Heatmaps angezeigt werden, also Bereiche, in denen sich besonders viele Leute befinden. Und Crowdspotter – das sind Experten für die Lenkung von Menschenmassen – sollen die Lage stets im Blick haben. Zudem soll es bessere Durchsagen geben.
Zusammenlaufen sollen alle Fäden in der neuen Sicherheitszentrale, die im Servicezentrum eingerichtet wurde – im früheren Fundbüro. Für das Büro werde es eine Containerlösung auf der Theresienhöhe nahe dem Verkehrsmuseum geben, sagte Scharpf. Details zum Besucherweg dorthin kläre er noch. Das überarbeitete Sicherheitskonzept werde er bei einem eigenen Termin vorstellen. Er wolle auch über soziale Medien ausländische Besucher darüber informieren, dass ein Zeltbesuch ohne Reservierung am Wochenende abends quasi unmöglich ist. Damit keine Menschenmassen vor verschlossenen Bierhallen stehen.
Nun wachsen bis zum Anstich am 19. September 14 große und 21 kleine Festzelte, plus drei auf der Oidn Wiesn. Bis zur Komplett-Einzäunung ab Ende August kann man das Gelände noch queren.R. MITTERMEIER