Nummer 5 für 089? Im Bundestag beginnt das Ringen um einen fünften Bundestagswahlkreis für München. Weil Bayern wächst, weil München wächst, könnte schon zur nächsten Wahl 2029 das Stadtgebiet politisch ganz neu aufgeteilt werden. Aktuell sieht es aber so aus, als werde das nochmal um einige Jahre verschoben.
Im neuesten Bericht der Wahlkreiskommission, den „Politico“ gestern öffentlich gemacht hat, steht deutlich der Rat: Lasst die Finger von der Stadt. Die Kommission schlägt dem Bundestag alle vier Jahre vor, wie die Wahlkreise in ganz Deutschland fair eingeteilt werden könnten – nicht zu klein, nicht zu groß, möglichst keine zusammengehörigen Kommunen zerschnipselt und nicht nach offenkundig parteipolitischen Motiven zugeschnitten. Mehrere der vier Münchner Wahlkreise Nord, Ost , Süd und Mitte/West haben deutlich zu viele Bewohner.
Die Fraktionen im Bundestag und auch die Staatsregierung raten, einen neuen Wahlkreis München-Mitte zu bilden, also einen eigenen Direktabgeordneten genau fürs Zentrum. Die Experten kontern nun, ein Umbau sei „derzeit noch nicht nötig“. Stattdessen soll im Norden Oberbayerns ein neuer Wahlkreis „Pfaffenhofen“ entstehen, der bis in den Norden des Landkreises Dachau reicht. In München wird dann nur zwischen den vier Wahlkreisen ein bisschen umverteilt.
Jede Änderung an den Wahlkreisen in München ist auch politisch brisant. Die CSU hat 2025, teils knapp vor den Grünen, jeden der vier Wahlkreise gewonnen. Ein neuer fünfter Wahlkreis genau in der Mitte wäre wohl ein Fest für die Grünen; die CSU hätte dann wohl in den anderen vier Gebieten eine etwas stabilere Ausgangslage. Das letzte Wort hat nun in den nächsten Wochen der Bundestag.CD