An guten Schlaf ist weiterhin nicht zu denken. Es ist einfach zu warm. Fenster auf. Fenster zu. Fenster auf. Decke über den Körper. Decke wieder weg. Ventilator an. Luft weht durch den Raum. Jetzt wäre es klimatisch fast gut, um einzuschlafen. Aber diese Lautstärke macht es wiederum fast unmöglich, die Augen zu schließen. Also kommen wir an diesen heißen Tagen nur auf ein paar wenige Stunden Schlaf. Die holen wir einfach in kühleren Nächten nach. Jammerei über diese Hitze hört man den ganzen Tag, egal wo man sich befindet. Dabei jammern die am lautesten, die sich eigentlich gar nicht zu beschweren bräuchten. Raus aus ihrer klimatisierten Wohnung, den „beschwerlichen“ Weg in eine Bar auf einen „Sommer-Spritz“ oder an den Pool, oder in ein gut gekühltes Kaufhaus, natürlich nur im Auto mit Klimaanlage.
Das ist jetzt ein wenig überzeichnet, aber es vermittelt sich halt so. Ich ignoriere solche Leute mittlerweile. Sollen sie doch daheimbleiben. Es gibt Menschen, die hätten wirklich allen Grund zur Beschwerde, aber die jammern nicht. Unsere Müllmänner zum Beispiel. Der Inhalt der Tonnen verwandelt sich bei der Hitze bestimmt nicht in ein wohlriechendes Häuflein Abfall. Aber die Männer in Orange kommen gut gelaunt, momentan viel früher als sonst, in den Hof gefahren und verrichten ihre Arbeit mit einem Lachen. Wenn ich meine Lieblingsbäckerei betrete, dann ist es im Verkaufsraum angenehm kühl und lädt zum Verweilen ein. Dennoch möchte ich nicht in den hinteren Räumen an den Öfen arbeiten, die die Brezen backen, die die Kunden dann zur Brotzeit an den See oder in einen Biergarten mitnehmen. Servicepersonal, das ohne Unterlass kühle Getränke serviert, obwohl es dabei selbst ins Schwitzen kommt. Bademeister, die sich am Beckenrand um die kümmern, die sich im kühlen Nass nicht gut zurechtfinden oder sich nicht zu benehmen wissen.
Mein besonderer Dank geht heute an Sabine! Ja, die Sabine vom MVZ und ihre Kolleginnen und Kollegen. Trotz der unglaublichen Hitze sind alle in „voller Montur“, mit Mundschutz und OP-Hauben, im Einsatz. Die haben sich so toll um meine Muttl gekümmert und sie so lieb betreut. Die Danke-Schokolade ist dafür eigentlich gar nicht Dank genug. Alle Pflegedienste, die in heiße Wohnungen kommen, Ärzte, Schwestern, Pfleger, Mitarbeiter in Krankenhäusern, die sich unermüdlich kümmern, haben viel Schokolade und noch viel mehr Eis verdient. Auch die, die uns von A nach B bringen, wenn Züge nicht fahren, weil die Weichen weich werden könnten, in Bussen, Trambahnen, Taxis, Rikschas und sonstigen Transportmitteln. Menschen, die gerade in diesen Tagen für unser Wohlbefinden sorgen – ob medizinisch, kulinarisch, kulturell, am Bau oder mit irgendeiner anderen Dienstleistung: Ihr seid meine persönlichen „Schwitzehelden“. Hitzefrei für euch!!!