Großer Festakt: Charlotte Knobloch, Chefin der Israelitischen Kultusgemeinde, Ministerpräsident Markus Söder und Generalkonsulin Talya Lador-Fresher im Kaisersaal der Residenz. © Martin hangen
Die Berliner Koalition ist im Reformstress, die eigene Partei murrt: Wohlfühltermine sind dieser Tage rar gesät für den CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten. Am Montagabend aber wurde Markus Söder im Kaisersaal der Residenz gefeiert wie selten: Beim Festakt anlässlich des 15-jährigen Bestehens des israelischen Generalkonsulats in München sagte dessen Chefin Talya Lador-Fresher, Söder habe Bayern zum „Musterland“ im Kampf gegen den „explodierenden Antisemitismus“ und für die Bewahrung jüdischen Lebens in Deutschland gemacht. Für seine unverbrüchliche Freundschaft und seine Standfestigkeit seien die jüdische Kultusgemeinde und ganz Israel dem CSU-Chef tief dankbar. Die Generalkonsulin erinnerte auch daran, dass seit dem Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 die israelische Fahne an der bayerischen Staatskanzlei geweht habe – bis zu dem Tag, an dem die letzte lebende Geisel in ihr Land zurückkehrte. Es sei kein Zufall, dass die erste Außenstelle der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in München entstehen werde.
In seiner Festrede vor hunderten Mitgliedern der Kultusgemeinde und vielen hochrangigen Gästen aus Wirtschaft, Kultur und Politik – auch der Münchner OB Dominik Krause (Grüne) war gerne gekommen – erneuerte Söder sein Bekenntnis zum jüdischen Staat: „Für Bayern, die Staatsregierung und für mich persönlich ist die Freundschaft mit Israel Staatsräson, Herzensangelegenheit und Auftrag für die Zukunft.“ Und er fügte hinzu: „Die Feinde Israels können nicht unsere Freunde sein.“ Er sei schockiert zu sehen, wie, angefeuert durch den Gazakrieg, der Antisemitismus nicht nur in rechten und islamistischen Kreisen grassiere, sondern auch in den „linksintellektuellen Milieus“ die Masken fielen. Zuletzt hatte die Linkspartei Israel des Völkermords bezichtigt.
Söder warnte davor, dass der amerikanisch-iranische Friedensdeal das Regime in Teheran in die Lage versetzen könnte, die Region und besonders Israel mit neuem Terror zu überziehen. Innerhalb der Bundesregierung hatte sich der CSU-Chef gegen ein von der SPD verlangtes Waffenembargo gegen Israel eingesetzt. Mucksmäuschenstill war es im Kaisersaal der Residenz, als Söder aus einem Gespräch mit dem früheren israelischen Botschafter Schimon Stein zitierte. Der Diplomat hatte die Härte der israelischen Antwort auf Angriffe von außen einst mit den Erfahrungen mit dem Holocaust begründet: „Wir werden nicht ein zweites Mal ohne Gegenwehr in die Waggons steigen.“GEORG ANASTASIADIS