Die Jagd nach dem besten Schmarrn – Stammtisch testet beliebte Süßspeise

von Redaktion

Die Mitglieder des Stammtischs von Danial Sarfraz (li.) probieren die Süßspeise im Wirtshaus in Sendling an der Albert-Rosshaupter-Str. 61. © Götzfried, schmarrn-stories

Danial Sarfraz ist Kaiserschmarrn-Connaisseur, ein Profi sozusagen. Kaum eine Gelegenheit lässt er aus, um verschiedene Varianten der berühmten Süßspeise zu probieren. Selbst auf Reisen in Thailand und Indonesien hat er ihn gekostet. Seine Freundin Marina scherzt, der bessere Kaiserschmarrn sei sogar der Hauptgrund für den Umzug von Frankfurt nach München gewesen. Um seine Leidenschaft in seiner neuen Heimat teilen zu können, kam er auf eine Idee: Der 32-jährige IT-ler gründete vor etwa eineinhalb Jahren einen Kaiserschmarrn-Stammtisch in München.

Die Gruppe trifft sich einmal im Monat in verschiedenen Lokalen in München und testet, fachsimpelt und urteilt über ihre Lieblingsspeise. Es geht um Geschmack, Konsistenz und das Apfelmus. Das fachkundige Urteil wird dann von Danial auf seinem Blog (schmarrn-stories.de) festgehalten.

Beim letzten Treffen kamen zehn Mitglieder im Wirtshaus in Sendling zusammen. Zwei Tester probieren ein kleines Stück und tauschen sich über Konsistenz und Grad des Ei-Geschmacks aus. Es wirkt fast, als würden sie eine wissenschaftliche Analyse durchführen. Lisas Urteil: „Das schmeckt sehr nach Ei, fast wie eine süße Eierspeise.“

Je öfter die Leute schon dabei waren, desto differenzierter würden die Meinungen, sagt Danial. Vieles ist und bleibt aber Geschmackssache: „Die Meinungen über den Schmarrn gehen immer weit auseinander“, erzählt Teilnehmer Chris. Auch die Frage, ob Rosinen dazugehören, führt zu Diskussionen in der Gruppe.

Durch die gemeinsame Liebe zum Kaiserschmarrn sind schon viele gute Freundschaften und eine große Gruppe entstanden. Mittlerweile hat der Stammtisch knapp 30 Mitglieder zwischen 24 und 35 Jahren. Dass das Projekt einmal so groß werden würde, hat Danial nicht erwartet. „Ich dachte am Anfang, da kommen vielleicht so vier, fünf Leute.“ Sogar in den Urlaub gefahren ist ein Teil der Gruppe bereits zusammen. Und dort haben sie natürlich auch einen Kaiserschmarrn zusammen genossen.

Hier einige Tipps der Tester:

Der Buttrige: Im Hofbräukeller am Wiener Platz hat der Kaiserschmarrn eine besonders buttrige Note und ist immer gut karamellisiert. „Der Kaiserschmarrn ist knusprig und hat einen feinen süßen Geschmack. Der Hofbräukeller bleibt für mich ein Klassiker“, sagt Danial. Die Portion kostet 12,50 Euro bei einer knappen Größe.

Der Fluffige: Der Kaiserschmarrn im Zum Dürnbräu ist besonders fluffig. Das erste Stammtischtreffen fand hier statt und begeisterte direkt. „Eine Kombination aus knuspriger Süße und weichem Inneren“, beschreibt es Danial. Das frische Apfelmus überzeugt ebenfalls. Mit Apfelstückchen hat es eine tolle Textur. Die Portion bekommt man hier für 14,50 Euro.

Der Rosinige: Im Bamberger Haus kommen alle Rum- und Rosinenfreunde auf ihre Kosten, denn die eingelegten Rosinen dominieren hier geschmacklich im Schmarrn. Außerdem überzeugen hier auch das Apfelmus und der Zwetschgenröster. Hier zahlt man 17,50 Euro für die große Portion und 11,50 Euro für den kleinen Kaiserschmarrn.

Der Vegane: Das bodhi ist ein rein veganes Wirtshaus, das bayerische Klassiker in vegan umsetzt. Unter anderem auch Kaiserschmarrn. „Nicht besonders fluffig, aber schmeckt solide. Hat angenehmen Crunch und nussiges Aroma“, ist Danials Fazit. Hier gibt es eine Portion für 13 Euro.

Der Riesige: Die Tölzer Hütte (Lenggries) erreicht man entweder über einen Wanderweg oder mit der Brauneck-Bergbahn. Hier bekommt man eine riesige Portionsgröße, „die fast schon kabarettistische Züge annimmt“, schreibt Danial. Neben Bergpanorama bekommt man einen geschmacklich hervorragenden, fluffigen, gut karamellisierten Schmarrn. Die Einzelportion kostet 15,20 Euro, es gibt auch größere zum Teilen.LEONIE HANSEN

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