Ermittler in Zivil vorm Sportreferat in München. © Gautier
Die Polizisten kommen in Zivil, bei einem von ihnen schaut unterm Sakko die Pistole hervor. Razzia im Münchner Sportreferat! Gestern gegen 9.30 Uhr standen Ermittler der Staatsanwaltschaft Bochum und des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen an der Pforte der städtischen Behörde.
Grund für die Durchsuchung: eine bundesweite Aktion, bei der auch die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main in Augenschein genommen wurde. Es geht um den Verdacht der Korruption – konkret um Vorteilsgewährung und Vorteilsannahme in Zusammenhang mit Eintrittskarten durch verantwortliche Organisatoren des Turniers in Deutschland.
Es besteht laut Staatsanwaltschaft der Verdacht, dass Mitarbeiter der Gastgeberstädte illegal zu EM-Spielen eingeladen worden sind und Eintrittskarten zu Vorzugskonditionen erhalten haben. Verantwortlich dafür sollen Beschäftigte bei der Organisationsgesellschaft gewesen sein. Den Gastgeberstädten sollen „exklusive Vorkaufsrechte für Eintrittskarten angeboten worden sein, die seitens der Gastgeberstädte zum Teil in Anspruch genommen und auf unterschiedliche Art verwendet worden sind.“
In München gab es sechs EM-Partien. Laut Sportreferat-Sprecher wollten sich die Ermittlungsbehörden gestern „in diesem Zusammenhang ein umfassendes Bild über die damaligen Vorgänge und Prozedere verschaffen.“ Konkrete Vorwürfe gegen RBS-Mitarbeiter seien „derzeit nicht Gegenstand der Ermittlungen“.TG