Braucht‘s des?

von Redaktion

Brunnen trocken, Wasser sparen – Das sagen die Stadtwerke zum Dürre-Notfallplan

Am Freitag wurde der Fischbrunnen abgedeckt. Josef Weber (v. li.) und Werner Brandl waren überrascht. © Leonie Hansen

Ratlos stehen Touristen am Fischbrunnen am Marienplatz. Nichts plätschert, nichts sprudelt. Nicht mal die Hände können sie sich kurz im Wasser abkühlen. Am Freitagmorgen haben Arbeiter der Stadt den berühmten Treffpunkt für Einheimische und Touristen mit Holz abgedeckt. Eine Maßnahme der Stadt München, um Wasser zu sparen. Doch braucht’s des wirklich? Die Stadtwerke München sagen: Ja.

Wir bewegen uns „bereits seit Längerem in einer Phase einer ausgeprägten Dürre“, erklärt ein Sprecher der Stadtwerke (SWM). „Wir reden hier nicht nur von der Hitzewelle der vergangenen Tage, sondern von einer länger anhaltenden Periode extrem unterdurchschnittlicher Niederschläge.“ Weniger Wasser zu verbrauchen sei dringend nötig. Die größte Herausforderung bestehe darin, die Bevölkerung nachhaltig für einen sparsamen Umgang mit der Ressource Trinkwasser zu sensibilisieren, so die Stadtwerke. Denn Extremwetterereignisse mit Dürreperioden nähmen zu. „Wir sind aus der Vergangenheit gewohnt, dass Wassersparen in Oberbayern allgemein kein Thema ist. Plötzlich ist es bei uns so präsent“, sagt der SWM-Sprecher. „Andere Regionen in Bayern sind bereits seit Längerem gewohnt, dass Wasser nicht mehr in scheinbar unbegrenzter Menge zur Verfügung steht.“

Das Münchner Trinkwasser kommt aus Grundwasser, vor allem aus dem Mangfalltal. Derzeit litten „Isar und Mangfall sowie alle Grundwasserleiter“ unter der anhaltenden Dürre. „Die Schüttungen der Quellfassungen im Mangfalltal sinken.“ Das bedeutet: Die Menge an Grundwasser, die im Mangfalltal entnommen und als Trinkwasser nach München geleitet wird, nimmt ab.

Grundsätzlich sei die Wasserversorgung Münchens gesichert, betont der SWM-Sprecher. Aber: „Die Natur zeigt uns aktuell ganz deutlich, dass Defizite bestehen.“ Das, was die Natur bietet, müsse man nachhaltiger ausnutzen. Pro Kopf verbrauchen die Münchner rund 40.000 Liter Wasser pro Jahr – im Sommer liege der Wasserverbrauch rund 25 bis 33 Prozent über dem durchschnittlichen Verbrauch.

Am 22. Juni hatte es den ersten Aufruf der Stadtwerke gegeben, auf „extensives Bewässern von Garten und Rasenflächen“, Autowäschen und das Befüllen von Pools und Planschbecken zu verzichten (wir berichteten). Am Montag hatten die SWM und Oberbürgermeister Dominik Krause ihren Appell nochmals verstärkt. Die Stadt selbst spart übrigens nicht nur durchs Abschalten mehrerer Brunnen, sondern zum Beispiel auch durch Verzicht aufs Fensterputzen an Dienstgebäuden wie dem Rathaus.IWI, AST

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